Eine Literaturlesung in Zusammenarbeit mit Contrazt e.V.
Freitag, 30.November 2018, 19.30 Uhr — MehrWertKultur, Nobleestr. 13a
Brigitte Reimann (1933-1973) zählt trotz ihres vergleichsweise wenig umfangreichen Werkes zu den bedeutendsten Autorinnen der DDR. Ihre schriftstellerischen Anfänge sind vom „Bitterfelder Weg“ geprägt, eine staatliche Initiative, welche das Arbeitsleben mit der Kultur in Verbindung bringen sollte – und umgekehrt.

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Infolgedessen arbeitete Reimann ab 1960 neben ihrer Schriftstellerei im Kombinat „Schwarze Pumpe“ in Hoyerswerda, wo sie zu ihrer Erzählung „Ankunft im Alltag“ (1961) inspiriert wurde. Das Buch handelt von einer Abiturientin und zwei Abiturienten, welche sich vor ihrem Studium freiwillig „in der Produktion bewähren“ wollen und auf unterschiedliche Weise mit den ungewohnten Anforderungen umgehen. Während Recha und Nikolaus sich willig in die Brigade einordnen, verachtet Curt im Grunde das Arbeitsleben und versucht sich zu drücken, wo er kann. Sein Vater ist Kommunist und kommt aus einfachen Verhältnissen, ist aber nun der gut verdienende Leiter einer Textilfabrik. Mit Curts Person wird so das Entstehen einer neureichen, unpolitischen „Elite“ in der DDR kritisiert. Privat steht das Mädchen Recha zwischen dem angeberischen Claus und dem eher schüchternen Nikolaus, die beide um ihre Gunst buhlen. Weiterlesen
