Szenische Lesung Freitag, 16. Januar 2026 um 20 Uhr Kulturverein „Alles Wird Schön“ Friedrich-Naumann-Str.27
tutti insieme! Alle (lesen) zusammen! Und zwar diesmal…: „Friede“ von Lion Feuchtwanger aus dem Jahr 1917.
Wir schreiben das Jahr 425 v.Chr. und befinden uns in Athen. Athen ist das Zentrum eines der beiden großen Machtblöcke der griechischen Welt. Alle Stadtstaaten haben sich entweder dem Attischen Seebund (Athen) oder dem Peleponnesischen Bund (Sparta) angeschlossen – und wechseln hin und wieder die Seiten. Seit 30 Jahren herrscht immer wieder Krieg und er wird auch noch 20 Jahre dauern. Nach so vielen Jahren weiß eigentlich niemand mehr, warum eigentlich Krieg geführt wird. Fast alle leiden, aber manche leben vom Krieg. Dem Bauern Dikapaiopolis reicht es; er will Frieden. Eines Tages kommt Amphiteos, der Gesandte der Götter, auf den Marktplatz Athens, um den Wunsch der Götter nach Frieden vorzutragen. Die Herrscher Athens jagen ihn weg. Doch Dikapaiopolis nutzt die Gelegenheit und bittet Amphiteos, sein Angebot eines Privatfriedens an Sparta zu überbringen. Das wird angenommen und so bereitet er sich inmitten seiner kriegstüchtigen Umgebung auf ein rauschendes Friedensfest vor.
Lion Feuchtwanger hat sein „burleskes Spiel“ nach zwei Komödien des griechischen Dichters Aristophanes entwickelt. Merkmal dessen Komödien sei das „Hanswurstspiel“ gewesen, ein Kasper, der einerseits eine Ethik vertritt, in seinem spontanen Spiel aber unberechenbar und hemdsärmelig komisch auftritt.
Wir laden am Freitag, den 16.Januar 2026 zu einer gemeinsamen szenischen Lesung ein – wer Lust hat, sucht sich eine Rolle aus, wer nur zuhören will, lauscht einfach.
„Wie ein Adler, der immer wieder auf deinem Arm landet“, heißt es in einem Werbeclip der US- amerikanischen Air-Force. In dem Video sieht man eine Drohne geradezu anmutig durch die Lüfte brausen. Der Adler ist das Wappentier der USA – nach dem Wappenvogel ist auch der Dokumentarfilm benannt, den wir zeigen wollen.
Der Adler ist keine Friedenstaube; wenn die Militärs Jugendliche ködern wollen, verpacken sie ihr mörderisches Handwerk in einem Bild, das tödliche (scheinbare) Präzision mit spielerischer Eleganz verbindet. Dieses Bild setzt auch die Bundeswehr ein, wenn sie auf Computerspielmessen junge „Gamer“ umgarnt. Das Leben (und der Tod) sei ein Spiel…
Die Wirklichkeit dahinter ist grausam: Für die Opfer sowieso. Aber auch für die Menschen, die diese Geräte letztendlich doch steuern und das „Ergebnis“ analysieren. Letztere stellt der gut zehn Jahre alte us- amerikanische Dokumentarfilm in den Mittelpunkt: eine „drone imagery“ – Analystin“, die über ihre Tätigkeit seelisch zerbrochen ist. Oder einen Beteiligten, der nach Afghanistan fährt, um sich seinen Opfern zu stellen und so ein wenig Wiedergutmachung zu versuchen.
Diese Wahrheit hinter dem Mythos der Technik gilt es, aufzuzeigen! Jetzt mehr denn je, wo auch schon an Schulen und Spielemessen die Kriegstüchtigkeit gefordert wird!
Seit letztem Jahr veranstalten die Bundeswehr und die Hansestadt Hamburg regelmäßig ein Manöver: „Red Storm Alpha“ im Jahr 2024; „Red Storm Bravo“ dieses Jahr; „Red Storm Charlie“ in 2026 und sicher auch „Red Storm Delta“ im Jahr 2027. Vorbereitet werden soll damit ein Krieg zwischen den NATO-Staaten und Russland. Jedes Mal ein bisschen umfassender. Und jedes Mal ein bisschen näher am zivilen Leben platziert. Fand die Übung im vergangenen Jahr ausschließlich im Hafen statt, ist in diesem Jahr u.a. erklärtes Ziel, die Bevölkerung an den Anblick von Soldaten und Militärfahrzeugen zu gewöhnen.
Und als wäre das noch nicht genug, finden zwischen den jährlichen Übung Notstandsübungen „auf dem Trockenen“ statt, d.h., im Hintergrund und innerhalb der öffentlichen und privaten Verwaltungen aber dennoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Oder hat jemand etwas von der diesjährigen Notstandsübung zum Thema „Dürre“ mitbekommen? Sie fand im Rahmen der zweijährlichen LÜKEX- Übungen statt („Länder- und Ressortübergreifendes Krisenmanagement“), durchgeführt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz unter Aufsicht des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat. Die LÜKEX- Übungen sind die Fortführungen der bis 1989 durchgeführten NATO- Übungen „Winter Exercises“ (WINTEX) im zivilen Gewand, aber unter Beteiligung der Bundeswehr.
Doch wieder zurück nach Hamburg:
Ende September steht also „Red Storm Bravo“ an. Mittlerweile wird die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft etwas mehr wahrgenommen und das ist gut. Dennoch wissen wir häufig viel zu wenig – vor allem über die mittel- und langfristigen Konsequenzen dieser Entwicklung.
Zu Beginn unserer Veranstaltung wollen wir die Planungen des Manövers (soweit öffentlich bekannt) vorstellen und über die nach unserem Kenntnisstand geplanten Protestaktionen informieren. Danach wollen wir über die massiv vorangetriebene Militarisierung der Gesellschaft diskutieren, (von der diese Manöver nur einen Teil darstellen) und darüber sprechen, welche Auswirkungen diese auf uns, unser Zusammenleben und die gesellschaftliche Entwicklung haben wird. Wir freuen uns auf Euer Kommen
März 1999: Der damalige deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping tritt vor die Presse und erzählt von einem „Hufeisenplan“ der serbischen Regierung zur Vertreibung der albanischstämmigen Bevölkerung des Kosovo. Damit wird nachträglich die völkerrechtswidrige Bombardierung Serbiens und des Kosovo durch die NATO legitimiert. Heute: Eingestandenermaßen war es eine Lüge.
Januar 2003: Der US- Außenminister Colin Powell winkt vor dem UN-Sicherheitsrat mit einem Reagenzglas, in dem sich eine Substanz aus einem Biowaffenprogramm der irakischen Regierung befinde. Damit wurde der völkerrechtswidrige Krieg der „Koalition der Willigen“ gegen den Irak legitimiert. Heute: Eingestandenermaßen war es eine Lüge; im Gegensatz zu Scharping und Fischer entschuldigte sich Powell später.
So funktioniert es bis heute: Kriege werden mit Begründungen in Gang gesetzt, die später nonchalant als „Irrtum“, als fehlerhafte Interpretation von ominösen Geheimdienstinformationen oder auch auch bewusste Falschinformation eingestanden werden. Die zahllosen Toten können keine Gerichtsverhandlungen mehr anstrengen, die Sieger eines Krieges stellt niemand vor ein Gericht.
Wir erinnern uns z.B. an die kürzliche Sprengung der Nord-Stream- Gaspipeline. Niemand untersucht ernsthaft, wer sie durchgeführt hat. Es fragt auch niemand mehr danach. Trotzdem dient sie irgendwie als Beispiel für hybride Kriegsführung gegen „uns“ und damit als Begründung für eine weitere Aufrüstung gegen Russland… Beschädigte Internetkabel in der Ostsee, niemand weiß Genaues, niemand fragt nach, aber es könnte mit Putin zusammenhängen – jederzeit steht jemand mit einem brennenden Streichholz an der Lunte, aber es gibt keinen öffentlichen Skandal.
Wie und warum funktioniert die Manipulation der herrschenden Meinung? Wie können wir versuchen, den Durchblick zu behalten und woran erkennt man Verzerrungen und Manipulation?
Wir wollen diesen Fragen nachgehen: zum einen mit einem WDR- Film über die propagandistische Einleitung des Kosovo- Krieges 1999 und zum anderen mit einer Vorstellung des „Kochbuchs“ der Kriegspropaganda des us-amerikanischen Kommunikationstheoretikers Harold Lasswell, der u.a. während des Zweiten Weltkrieges Leiter der Abteilung für die „Study of War Time Communications“ des amerikanischen Kongresses war.
In Zeiten, in denen sich die zur Verfügung stehenden Informationsquellen vervielfacht haben, steht man / frau immer häufiger vor der Frage, ob und wie diesen zu trauen ist – oder eben nicht. Während den offiziellen Medien einer aktuellen Umfrage zufolge etwa 44 Prozent voll und ganz vertrauen* und sogar 64 Prozent insbesondere die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für sehr oder eher vertrauenswürdig halten, werden alternative Medien und ganz explizit social media eher kritisch gesehen: Laut einer Umfrage der Universität Mainz hielten nur 4 Prozent der Befragten alternative Nachrichtenportale für sehr oder eher vertrauenswürdig**. Nun wird ein Medium aber nicht dadurch vertrauenswürdig, dass Nutzer es – nach intransparenten und vermutlich subjektiven sowie sehr unterschiedlichen Beurteilungskriterien – für vertrauenswürdig halten, sondern es gilt ja zunächst einmal, anhand transparenter und nachvollziehbarer Kriterien zu überprüfen, ob ein Medium dieses Etikett verdient oder nicht. Dazu wollen wir beispielhaft die Berichterstattung über Serbien vor dem NATO-Einsatz gegen Rest-Jugoslawien in Erinnerung rufen sowie die nachträgliche Aufdeckung der Begründung für die NATO-Bombardierung als Konstrukt (dazu schauen wir uns einen Filmbeitrag des WDR an). Wer nun denkt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“ wurde ja schon anhand der eingangs genannten Zahlen eines Besseren belehrt. Daher wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: „Wie machen „DIE“ das?“ Wie schaffen es öffentlich-rechtliche Medien, ihre Falschinformationen von gestern vergessen zu machen und das Vertrauen der Menschen immer wieder zu gewinnen um es dann erneut zu hintergehen? Welches sind die Techniken und Strategien der Propaganda, die offenbar so macht- und wirkungsvoll sind, dass wir uns ihnen nicht oder kaum entziehen können? Worauf sollten wir achten, um Propaganda entdecken zu können und wie können wir uns ihrer subtilen Wirkung entziehen? Wie kann man Information von Propaganda unterscheiden? Wenn wir diese Fragen beantworten, können wir Informationen aus öffentlich-rechtlichen UND so genannten alternativen Medien nutzen, da wir ihre Glaubwürdigkeit sehr viel besser beurteilen und einschätzen können. Damit kann es gelingen, ein umfassendes Bild der aktuellen Geschehnisse zu bekommen, das uns letztendlich dabei hilft, uns eine fundierte Meinung bilden zu können. Wir knüpfen mit dieser Veranstaltung an die filmische Darstellung des unseligen Wirkens eines Edward Bernays an, die wir 2019 gemacht haben. Seine Praktiken und Techniken haben – allgemein akzeptierten – Eingang in die moderne PR gefunden und sind im Laufe der Zeit verfeinert worden.
Szenische Lesung zum Mitmachen Freitag, 25.April 2025 um 19 Uhr Buchhandlung Horizonte, Bremer Str.6 in Harburg
Was passiert, wenn sich der Heilige Franziskus auf eine Wette mit dem ehemaligen französische Kaiser Napoleon einlässt? Eine Wette darüber, ob die Beteuerungen einer neuen Regierung, nun aber endgültig und für alle Zeiten den Frieden auszurufen, ernstzunehmen sind.
Dieses Stück des Dramatikers Ernst Toller haben wir vor einem Jahr schonmal gemeinsam gelesen. Nun wiederholen wir diese Lesung an einem neuen Ort, zusammen mit der Friedensinitiative Hamburg-Süd. Wir laden euch herzlich ein, vorbeizukommen und mitzulesen!
Die politischen und wirtschaftlichen Eliten sind entschlossen, Deutschland weiter in den Krieg zu führen. Eine „Zeitenwende“ ist angesagt: In fünf Jahren soll das Land, die ganze Gesellschaft bereit für einen offenen Krieg sein. Bis dahin beschränkt man sich darauf, gebetsmühlenhaft zu erklären, dass man ja mit allen Waffenlieferungen, Soldatenausbildungen, Geheimdienstunterstützung, finanzieller, logistischer und personeller Unterstützung der Ukraine oder Israels ja eben nur unterstütze, aber keine richtige Kriegspartei sei … Institutionen und Verbände machen mit, die Unternehmerverbände, die Gewerkschaftsspitzen, die Sozialverbände, die „Zivilgesellschaft“… Die Demonstrationen für Frieden sind dagegen mau besucht, eine dynamische Bewegung entwickelt sich durch sie nicht – obwohl alle persönlichen Gespräche und alle Umfragen dafür sprechen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung den Kriegskurs ablehnt. Warum ist das so? Wollen wir alle nicht glauben, dass der Zug tatsächlich in die angekündigte Richtung fährt? Stecken wir den Kopf in den Sand? Oder sind wir alle eingeschüchtert ob der geschlossenen Front der Kriegstreiber?
Was für eine Bewegung würden wir uns wünschen, wofür würden wir unsere Kräfte mobilisieren, was würde uns begeistern und mitreißen?
Darüber wollen wir mit euch diskutieren. Wir können uns auf zwei Ebenen Gedanken machen: Zum einen „strategisch“: Wäre es bspw. notwendig, die Kriegsmaschinerie da zu stoppen, wo wir arbeiten, in Krankenhäusern, Schulen, Logistik, Industrie …? Was könnten wir mit Kollegen und Kolleginnen gemeinsam tun? Oder ist es notwendig, die allgemeine Öffentlichkeit zu erreichen, durch Demonstrationen, durch Mahnwachen, durch Straßentheater oder anderes? Zum anderen auf der „konkreten Ebene“: Was für Ideen haben wir um das ein oder andere strategische Ziel umzusetzen, was würden wir gerne machen und was bräuchten wir dafür?
Diskussionsveranstaltung Dienstag, 30.April 2024 um 19.30 Uhr Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str. 7
Das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz und seine Auswirkungen auf das Gesundheitswesen
Die Ampel- Regierung will im Sommer ein sog. Gesundheitssicherstellungsgesetz verabschieden. Es soll die seit 1965 für den „Verteidigungsfall“ für verschiedene Branchen erlassenen Notstandsgesetze ergänzen. Die offiziellen Stichworte heute sind „Gesamtverteidigung“ und „zivil- militärische Zusammenarbeit“.
Bislang gibt es keine öffentlich zugänglichen Entwürfe des Gesundheitssicherstellungsgesetzes, geschweige denn, eine öffentliche Debatte. Aber es ist nicht der erste Versuch, auch für den Gesundheitsbereich eine im Krisenfall greifende Sicherstellung der Arbeitskraft zu erzwingen. 1982 scheiterte der letzte Versuch (siehe den interessanten 10-minütigen Panoramabericht von Mai 1982: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1982/-,panorama12862.html ) Es ist davon auszugehen, dass die Struktur des Gesetzes heute ähnlich wie damals sein und die gleiche Zielrichtung verfolgen wird. Allerdings haben sich die gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen in den letzten 40 Jahren geändert.
Wir wollen ein paar grundlegende Fragen stellen und diskutieren:
Welche grundsätzlichen politischen Ziele verfolgt ein Gesundheitssicherstellungsgesetz? Was sind demgegenüber die Bedürfnisse der Bevölkerung hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Versorgung?
Unterscheidet sich die geforderte „Kriegsfähigkeit“ grundsätzlich vom mittlerweile normalen „Krisenmodus“ des Gesundheitswesens?
Welche Veränderungen könnten konkret auf uns zukommen? Was bedeuten Sie für die Beschäftigten im Gesundheitswesen, aber auch für uns als (potenzielle) Patienten?
Wie fügt sich das Gesundheitssicherstellungsgesetz in den Gesetzeskanon zur Krisenbewältigung ein – auch auf europäischer Ebene?
Wir freuen uns auf Euer Kommen!
Falls jemand die Einladung ausdrucken und weitergeben will, wäre das natürlich toll: als pdf-Datei hier
Friedensbündnis Karlsruhe zur Kooperation zwischen örtlicher Klinik und Bundeswehr (2012): Krankenhaus + Bundeswehr = Handlanger für den nächsten Krieg? Nein zur Militarisierung des Gesundheitswesens! https://archiv.labournet.de/branchen/dienstleistung/militaer.html
Szenische Lesung Freitag, den 26.April 2024 um 20 Uhr Kulturverein „alles wird schön“, Friedrich-Naumann- Straße 27
Im kleinen Land Dunkelstein ist eine neue Regierung gewählt worden. Als Emblem führt sie die Sonnenblume. In einem großen Fest wird der ewige Frieden beschworen; es sollen keine Waffen produziert und schon gar nicht in Kriegsgebiete exportiert werden. Doch dann trifft ein Telegramm ein: Dunkelstein sei der Krieg erklärt worden. Von wem und warum, weiß niemand. Egal. Von jetzt auf gleich wird die „Zeitenwende“ vollzogen; Friedenslieder werden zu Kriegsliedern umgedichtet. Deserteure werden eingesperrt, die eigenen Felder abgebrannt, damit sich Spione und Fahnenflüchtige dort nicht mehr verstecken können. Unternehmer und Spekulanten freuen sich. Das Spektakel auf der Erde geht auf eine verhängnisvolle Wette im Himmel zurück: Der heilige Franziskus wollte seinem Gegenpart Napoleon nicht glauben, dass die Menschheit den ewigen Frieden gar nicht will… So in etwa ist die Ausgangslage des 1934 geschriebenen kurzen Bühnenwerkes von Ernst Toller. Seine Erfahrungen als Kriegsfreiwilliger 1914-16 wandelten den bürgerlichen jungen Mann zum Anarchisten. Als Beteiligter der Münchener Räterepublik entging er nur knapp dem Todesurteil und verbrachte fünf Jahre in Festungshaft. Anschließend veröffentlichte er als Dichter und Bühnenautor eine Vielzahl von Werken über den Krieg und die Hoffnungen der Revolutionsjahre. 1933 ging er ins Exil, seine Werke wurden von den Nazis verbrannt. 1939 nahm er sich angesichts des bevorstehenden zweiten Weltkrieges in New York das Leben.
Wir lesen mit verteilten Rollen: Wer Lust hat, sucht sich eine Rolle aus, wer nur zuhören will, lauscht einfach!
Die Tolstoi- Friedensbibliothek stellt den Text freundlicherweise zur Verfügung – in der Hoffnung, dass dieses Werk gerade heute wieder gelesen, aufgeführt und diskutiert wird!
Szenische Lesung Samstag, den 16.März 2024 um 19.30 Uhr Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7
Wie kann man eine Erfindung, die zur Vernichtung der gesamten Menschheit führen kann, vor der Entdeckung schützen? Nun, indem man sich als Geisteskranker ausgibt. So verfährt Johann Wilhelm Möbius, und gibt vor, ihm erscheine König Salomo, womit er sich unglaubwürdig machen will und in die Psychiatrie einweisen lässt. Dort stößt er auf zwei weitere geisteskranke Physiker. Diese sind in Wahrheit Agenten rivalisierender Geheimdienste, die an Möbius’ Formel gelangen und diese für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren wollen. Doch die drei Physiker haben nicht mit der Chefärztin des Irrenhauses gerechnet, die als einzig gesund Erscheinende wirklich krank ist und tatsächlich glaubt, sie müsse für König Salomo mit der Formel die Weltherrschaft erringen. Dürrenmatts 1961 verfasste Groteske geht dabei von der Erkenntnis aus, dass man Dinge, die einmal gedacht oder entdeckt worden sind, nicht rückgängig gemacht werden können. Egal, wie man mit diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen umgeht, führt dies zwangsläufig ins Negative. Insofern können „Die Physiker“ als Mahnung dienen, den einzigen uns Menschen zur Verfügung stehenden Lebensraum mit dem Instrument der Wissenschaft zu gefährden. Wir laden zu einer gemeinsamen szenischen Lesung ein – wer Lust hat, sucht sich eine Rolle aus, wer nur zuhören will, lauscht einfach.
Ladet gerne Freunde und Freundinnen ein! Die Einladung als Druckversion: