„Verdammter Friede“

Buchvorstellung
Dienstag, 25.August 2026 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Ist Frieden möglich? Ist er überhaupt wünschenswert??

… merkwürdige Fragen, zugegeben. Aber Regierungen stellen sie sich.

1967 wurde in den USA ein geheimer Bericht veröffentlicht: ‚Report from Iron Mountain on the possibility and desirability of peace‘ (‚Bericht aus dem Atombunker ‚Eiserner Berg‘ über die Möglichkeit und Wünschbarkeit von Frieden’). Ein Jahr darauf erschien er unter dem Titel ‚Verdammter Friede‘ auf Deutsch.

Fünf Jahre später bekannte sich ein us-amerikanischer Schriftsteller namens Leonard C. Lewin zur Autorenschaft; der geheime Bericht einer von der US- Regierung zusammengerufenen geheimen Kommission führender Wissenschaftler und Industrieller sei eine Satire gewesen.

Eine Satire – aber so glaubhaft angesichts der Regierungspolitik, dass der Bericht große Aufmerksamkeit erregte und ernst genommen wurde. Auch die US- Regierung sah sich gezwungen, öffentlich zu beteuern, dass das alles ein Scherz sei und rein gar nichts mit ihren Gedanken zu tun habe …

Worum ging es?
Die Zeit der Kriege endete für die USA nicht mit dem Zweiten Weltkrieg: Unabhängigkeitsbewegungen in den ehemaligen europäischen Kolonien wurden bekämpft, kommunistisch beeinflusste Volksbewegungen in Asien und Afrika massakriert, Stellvertreterkriege mit der Sowjetunion ausgefochten. Aber in den 50er und 60er Jahren formierten sich zunehmend Bewegungen gegen die herrschenden und gewalttätigen Verhältnisse. Sie zwangen die Regierungen erst von John F. Kennedy und ab 1963 von Lyndon B. Johnson, sich mit Szenarien von Abrüstung und Frieden auseinanderzusetzen. So setzte Johnson 1963 einen ‚Ausschuss zur Untersuchung der Auswirkung von Rüstung und Abrüstung auf die Wirtschaft‘ ein. Der sollte Szenarien entwickeln, wie die Umstellung der Rüstungsindustrie auf zivile Produktion aussehen könnte, ohne dass es zu einem ökonomischen Einbruch kommen würde.

Gleichzeitig rief sie eine geheime Kommission zusammen, die das Problem von der anderen Seite her angehen sollte: Bevor man als Regierung Pläne für Frieden und Verfahren zur globalen Abrüstung entwickelt, müsse man den Krieg untersuchen und seine Funktion, die er für die Stabilität einer in sich ungleichen und damit instabilen Gesellschaft habe. Die Aufgabe der Kommission war also, „sorgfältig und realistisch alle Probleme zu ermitteln, vor denen die Vereinigten Staaten eines Tages im Falle eines ‚permanenten Friedenszustandes‘ stehen würden und ein Programm zu entwerfen, um mit dieser Situation fertig zu werden“.
Kurz gesagt: Krieg erfüllt in unserer kapitalistischen Welt viele Funktionen. Er entsteht nicht aus Unfähigkeit, friedlich zu bleiben, im Gegenteil: er macht für die Herrschenden Sinn. Und: Wenn man als Regierung tatsächlich ohne Militärapparat und Krieg auskommen will, braucht man Ersatz. Was könnte als Ersatz für Krieg dienen? Auch dieser Frage ging die Arbeitsgruppe nach.
Sie entwickelte Kriterien für globale Ersatzinstitutionen, die die wirtschaftlichen, politischen und soziologischen Funktionen des Krieges übernehmen könnten. Eine zentrale Erkenntnis im Bereich der Wirtschaft war etwa: „Ein annehmbarer Ersatz für die wirtschaftliche Funktion des Kriegssystems müßte die Bereitstellung von Geldern für völlig unproduktive Zwecke garantieren“.
Die diskutierten Modelle hörten sich vor einigen Jahren noch völlig verrückt an, aber in Zeiten von Elon Musk, Bill Gates und Peter Thiel sind sie erstaunlich modern: Ein gigantisches sinnloses Raumprogramm etwa, die Initiierung einer globalen Massenbewegung zur Abwendung des Weltuntergangs durch Umweltzerstörung, eine „allgegenwärtige und allgewaltige Polizeistreitmacht“ usw. – alles potenziell miteinander zu kombinieren.

Uns hat die Fragestellung, von welcher der Bericht ausging, gelockt. Wie sieht die Welt aus Sicht der Verfechter des Kapitalismus aus? Welche ihrer Probleme versuchen sie, durch Rüstung und Krieg zu lösen? Wenn „Frieden“ nur ein anderes Wort für „Stabilität“ sein soll, wie im Bericht formuliert wird, „Krieg“ aber auch nur ein weiteres Wort dafür – müssen wir dann nicht die „Stabilität“ aus dem Gleichgewicht kippen, um Frieden für uns zu erreichen?

Wir stellen einige Punkte aus dem kleinen Büchlein vor und freuen uns auf eine angeregte Diskussion!

„Der lange Atem“ – Im Westen immer dasselbe (?)

Filmveranstaltung
Dienstag, 28.Juli 2026 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Demonstration gegen die Wiederbewaffnung, Anfang der 1950er Jahre

Wer hat sich in den letzten Jahren nicht angesichts der politischen Entwicklungen die Haare gerauft – vor allen Dingen, weil es scheinbar so wenige Mitmenschen empört, dass die europäischen Regierungen, Deutschland allen voran, nur noch einen Kurs kennt: Den auf einen offenen Krieg zu. Warum nur, fragen sich viele, folgt kaum jemand den Aufrufen zu Demonstrationen für Frieden und Völkerverständigung, während sich zum Christopher Street Day Abertausende durch die Straßen wälzen?

War es immer so, dass sich in der BRD kaum jemand um die Frage der (Wieder-)Aufrüstung geschert hat?j

Der Dokumentarfilm „Der lange Atem“ (Christoph Boekel / Beate Rose) aus dem Jahr 1982 thematisiert die gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen um die Wiederaufrüstung der BRD in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zur Einführung der Bundeswehr 1955. Er zeichnet für diese Phase einerseits ein anderes und doch wieder dasselbe Bild.

Ein anderes, indem er aufzeigt, wie einhellig und gesellschaftlich fest verankert die Absage an jegliche Wiederaufrüstung unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg war: Kirchen, Gewerkschaften, Parteien wie die SPD, aber auch weite Teile der CDU sprachen sich entschieden gegen eine Remilitarisierung aus und erschwerten so die Umsetzung der Pläne der Alliierten, die BRD zum militärischen Bollwerk gegen den kommunistischen Osten Europas zu machen. Umfragen zufolge lehnten nahezu 90 Prozent der Bevölkerung, eine Remilitarisierung rundheraus ab.

ABER: Der Film zeigt andererseits dieselben Missstände wie heute auf: Eine korrupte Regierung, insbesondere ein Kanzler (Adenauer), der nicht davor zurückschreckt, die Bevölkerung aber auch seine Parteigenossen anzulügen und zu hintergehen, um den von den Alliierten gewünschten Zustand einer militarisierten BRD zu erreichen. Erschreckend dabei ist insbesondere die nachweisliche Zusammenarbeit mit Nazi-Größen, die wundersamerweise keine Gefängnisstrafe abbüßten, sondern stattdessen in Amt und Würden gehoben wurden.
Der Film zeigt weniger den damaligen Protest, als vielmehr die Verflechtungen zwischen Politik, Alt-Nazis und Alliierten. Im Zentrum des Films steht ein Gespräch mit dem KPD-Mitglied Oskar Neumann, der maßgeblich an der Initiierung einer Volksbefragung zur Wiederbewaffnung beteiligt war.
Deutlich wird der unbedingte Wille der Herrschenden, die Wiederbewaffnung der jungen Bundesrepublik gegen jeden Widerstand durchzusetzen.

Wer hat Angst vor’m Spannungsfall?

Informationsveranstaltung
Dienstag, 26.Mai 2026 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich- Naumann- Str.7

Im September 2024 forderte der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter angesichts einer angeblichen Bedrohung durch russische Drohnenflüge die Ausrufung des „Spannungsfalls“.

Dieses Instrument geht geschichtlich auf die Auseinandersetzungen um die sogenannte Notstandsverfassung in den 1960er Jahren zurück. Resultat dieser Auseinandersetzungen war – unter anderem – der komplexe Mechanismus des „Spannungsfalls“, der als rechtsstaatlich gebändigter Ausnahmezustand zu verstehen ist.

Bisher blieb Kiesewetters Forderung jedoch ohne Folgen. Wir meinen, dass dies nicht zuletzt daran liegt, dass die heutige Politik diesen Mechanismus als zu kompliziert, zu wenig flexibel und der aktuellen Situation nicht angemessen erachtet.

Auf unterschiedlichen Ebenen wird daher versucht, die Grenzen des „Spannungsfalls“ zu überschreiten. Dies reicht von medialer Entdramatisierung der im Spannungsfall möglichen Maßnahmen über kleine Verschiebungen seiner rechtlichen Grenzen bis hin zu Plänen, das Recht des „Spannungsfalls“ insgesamt zu ändern und Maßnahmen vom Ausnahmezustand, bzw. Notstand in den Normalzustand vorzuverlegen. Die angeblich „versehentlich“ auf Friedenszeiten ausgedehnte Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte von Wehrpflichtigen legt davon Zeugnis ab.

Was erwartet euch an diesem Abend?

Wir werden uns damit beschäftigen, was genau der Spannungsfall ist, wie er historisch einzuordnen ist, woher diese Regelung stammt und beispielhaft aufzeigen, welche Rechtsfolgen die Aktivierung der Sicherstellungsgesetze durch den Spannungsfall nach sich zieht.

Darüber hinaus werden wir kritisch hinterfragen, ob es tatsächlich der Spannungsfall ist, der uns Anlass zur Sorge geben sollte oder nicht vielmehr die Konsequenzen, die daraus resultieren, dass er der Regierung nicht genug Flexibilität gewährt. Es deutet sich unseres Erachtens an, dass sich hieraus weitreichende Veränderungen bereits im Normalzustand ergeben werden, die unseren Alltag maßgeblich nachteilig verändern könnten.

Wehrkraftzersetzung! Gedanken der Rosa L. aus dem Gefängnis

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 31.März 2026 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Rosa L. sitzt im Gefängnis. Verurteilt wegen einer Rede vor drei Jahren in Frankfurt am Main, in der sie gegen den heraufziehenden Krieg agitierte. Verurteilt und anschließend in Sicherheitsverwahrung genommen. Das Unheil, das seinen Lauf genommen hat, kann sie nur aus dem Zuchthaus kommentieren. Wann hat es seinen Anfang genommen?

Nun es geht um Rosa Luxemburg, den Ersten Weltkrieg, die interationale Arbeiterbewegung und das Jahr 1916; oder geht es doch um uns und das Jahr 2026? Luxemburg schrieb 1916 eine Broschüre unter dem Titel „Die Krise der Sozialdemokratie“. In dieser ging es vordergründig um „ihre“ Partei, die deutsche SPD, aber darüber hinaus um die internationale Arbeiterbewegung, deren Führer sich noch wenige Tage vor dem Kriegsaufbruch feierlich schworen, niemals die Waffe gegen ihre Klassenbrüder in anderen Ländern zu erheben. Mit Kriegsausbruch waren alle diese Schwüre bis auf wenige Ausnahmen vergessen. Das Blutvergießen und Verzicht für die Heimatfront segneten fast alle Arbeiterparteien auf allen Seiten ab.

Dieses Umfallen hat Rosa Luxemburg zwar nicht komplett überrascht, aber tief getroffen. Lange Jahre hatte sie gegen den aufkommenden Militarismus und dessen Akzeptanz in ihrer eigenen Partei gekämpft. Sie versuchte allerdings, den Krieg nicht als persönliches Versagen einzelner Menschen und Politiker oder als entgleisten Konflikt zwischen Staaten zu erklären; statt dessen begriff sie ihn als Ausdruck der gesellschaftlichen Widersprüche im weltweiten Kapitalismus. Dieser Ansatz macht es auf den ersten Blick schwierig, denn er lässt die Illusion verfliegen, mit der Abwahl dieser oder der Wahl jener Regierung werde wieder Frieden einkehren. Auf den zweiten Blick macht er aber auch deutlich, dass es nur an „uns“ als arbeitender Bevölkerung liegt, den Krieg und die dem Krieg zugrunde liegende Ordnung zu beenden. Die Macht liegt letzten Endes nicht bei Frau von der Leyen, Trump, Putin oder Khamenei.

Luxemburgs Bestehen darauf, dass der Krieg, auch wenn er formell zwischen Staaten geführt wird, immer gegen die „eigene“ Bevölkerung gerichtet ist, lässt sie in Widerspruch zu einer linken Politik stehen, die sich darin erschöpft, „Solidarität“ (mit wem auch immer) einzufordern. Diese Politik lenkt davon ab, dass der Krieg primär dazu dient, die arbeitende Bevölkerung politisch und im Alltag zu disziplinieren, ihren Lebensstandard zu senken und die Profitraten zu retten; darum geht’s – ob hier oder in Russland oder den USA…

Ihr Beharren darauf, dass es letztlich die Macht des arbeitenden Volkes in Massenstreiks und sozialem Widerstand ist, die über den weiteren Weg entscheidet, trennt sie von Parteipolitikern, die opportunistisch und taktisch handeln und an die Macht einer straff geführten Partei glauben.

Ihr Standpunkt, dass es durchaus Unterschiede nationaler Kulturen usw. gebe, aber Nationalstaaten historisch nur für die Entwicklung kapitalistischer Gesellschaften wichtig waren, macht sie unbrauchbar für eine wesentliche Strömung unter Linken, in der nationale „Befreiung“ die einzige Perspektive zu sein scheint (wie z.B. in Kurdistan).

Ihre grundsätzliche Ablehnung des staatlich organisierten Mordens unterscheidet sie von Friedenspolitikern, die von hier nach da springen, um jeweils einen „Separatfrieden“ unter dem Austarieren nationaler Interessen zu vermitteln.

Sie war zwar Humanistin, aber keine Pazifistin; ihr war klar, dass eine Gesellschaft, die auf Gewalt gegründet ist, auch nicht ohne Gewalt verändert werden kann. Ihre Parole gegen die Wehrpflicht und den Kadavergehorsam des Heeres war die Bewaffnung des Volkes. Das unterscheidet sie von religiös- moralischen Haltungen.

Die Welt ist im Detail heute sicherlich anders als 1916. Aber die Grundprobleme sind geblieben. Wir wollen einige zentrale Gedanken von Rosa Luxemburg zum Militarismus, der „Krankheit des Kapitalismus“ vorstellen. Anschließend möchten wir versuchen, diese Gedanken und Fragestellung auf unsere heutige Situation zu übertragen – und zu diskutieren!

„Friede“ von Lion Feuchtwanger

Szenische Lesung
Freitag, 16. Januar 2026 um 20 Uhr
Kulturverein „Alles Wird Schön“
Friedrich-Naumann-Str.27

tutti insieme!
Alle (lesen) zusammen!
Und zwar diesmal…:
„Friede“ von Lion Feuchtwanger aus dem Jahr 1917.

Wir schreiben das Jahr 425 v.Chr. und befinden uns in Athen. Athen ist das Zentrum eines der beiden großen Machtblöcke der griechischen Welt. Alle Stadtstaaten haben sich entweder dem Attischen Seebund (Athen) oder dem Peleponnesischen Bund (Sparta) angeschlossen – und wechseln hin und wieder die Seiten. Seit 30 Jahren herrscht immer wieder Krieg und er wird auch noch 20 Jahre dauern. Nach so vielen Jahren weiß eigentlich niemand mehr, warum eigentlich Krieg geführt wird. Fast alle leiden, aber manche leben vom Krieg.
Dem Bauern Dikapaiopolis reicht es; er will Frieden. Eines Tages kommt Amphiteos, der Gesandte der Götter, auf den Marktplatz Athens, um den Wunsch der Götter nach Frieden vorzutragen. Die Herrscher Athens jagen ihn weg. Doch Dikapaiopolis nutzt die Gelegenheit und bittet Amphiteos, sein Angebot eines Privatfriedens an Sparta zu überbringen. Das wird angenommen und so bereitet er sich inmitten seiner kriegstüchtigen Umgebung auf ein rauschendes Friedensfest vor.

Lion Feuchtwanger hat sein „burleskes Spiel“ nach zwei Komödien des griechischen Dichters Aristophanes entwickelt. Merkmal dessen Komödien sei das „Hanswurstspiel“ gewesen, ein Kasper, der einerseits eine Ethik vertritt, in seinem spontanen Spiel aber unberechenbar und hemdsärmelig komisch auftritt.

Wir laden am Freitag, den 16.Januar 2026 zu einer gemeinsamen szenischen Lesung ein – wer Lust hat, sucht sich eine Rolle aus, wer nur zuhören will, lauscht einfach.

„Wie ein Adler, der immer wieder auf deinem Arm landet“

Filmveranstaltung
Dienstag, 30.September 2025, 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

„Wie ein Adler, der immer wieder auf deinem Arm landet“, heißt es in einem Werbeclip der US- amerikanischen Air-Force. In dem Video sieht man eine Drohne geradezu anmutig durch die Lüfte brausen. Der Adler ist das Wappentier der USA – nach dem Wappenvogel ist auch der Dokumentarfilm benannt, den wir zeigen wollen.

Der Adler ist keine Friedenstaube; wenn die Militärs Jugendliche ködern wollen, verpacken sie ihr mörderisches Handwerk in einem Bild, das tödliche (scheinbare) Präzision mit spielerischer Eleganz verbindet. Dieses Bild setzt auch die Bundeswehr ein, wenn sie auf Computerspielmessen junge „Gamer“ umgarnt. Das Leben (und der Tod) sei ein Spiel…

Die Wirklichkeit dahinter ist grausam: Für die Opfer sowieso. Aber auch für die Menschen, die diese Geräte letztendlich doch steuern und das „Ergebnis“ analysieren. Letztere stellt der gut zehn Jahre alte us- amerikanische Dokumentarfilm in den Mittelpunkt: eine „drone imagery“ – Analystin“, die über ihre Tätigkeit seelisch zerbrochen ist. Oder einen Beteiligten, der nach Afghanistan fährt, um sich seinen Opfern zu stellen und so ein wenig Wiedergutmachung zu versuchen.

Diese Wahrheit hinter dem Mythos der Technik gilt es, aufzuzeigen! Jetzt mehr denn je, wo auch schon an Schulen und Spielemessen die Kriegstüchtigkeit gefordert wird!

Hamburg an der „Heimatfront“ – Das Manöver „Red Storm Bravo“

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 26.August 2025 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich- Naumann- Str.7

Seit letztem Jahr veranstalten die Bundeswehr und die Hansestadt Hamburg regelmäßig ein Manöver: „Red Storm Alpha“ im Jahr 2024; „Red Storm Bravo“ dieses Jahr; „Red Storm Charlie“ in 2026 und sicher auch „Red Storm Delta“ im Jahr 2027. Vorbereitet werden soll damit ein Krieg zwischen den NATO-Staaten und Russland. Jedes Mal ein bisschen umfassender. Und jedes Mal ein bisschen näher am zivilen Leben platziert. Fand die Übung im vergangenen Jahr ausschließlich im Hafen statt, ist in diesem Jahr u.a. erklärtes Ziel, die Bevölkerung an den Anblick von Soldaten und Militärfahrzeugen zu gewöhnen.

Und als wäre das noch nicht genug, finden zwischen den jährlichen Übung Notstandsübungen „auf dem Trockenen“ statt, d.h., im Hintergrund und innerhalb der öffentlichen und privaten Verwaltungen aber dennoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Oder hat jemand etwas von der diesjährigen Notstandsübung zum Thema „Dürre“ mitbekommen? Sie fand im Rahmen der zweijährlichen LÜKEX- Übungen statt („Länder- und Ressortübergreifendes Krisenmanagement“), durchgeführt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz unter Aufsicht des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat. Die LÜKEX- Übungen sind die Fortführungen der bis 1989 durchgeführten NATO- Übungen „Winter Exercises“ (WINTEX) im zivilen Gewand, aber unter Beteiligung der Bundeswehr.

Doch wieder zurück nach Hamburg:

Ende September steht also „Red Storm Bravo“ an. Mittlerweile wird die zunehmende Militar­isierung der Gesellschaft etwas mehr wahrgenommen und das ist gut. Dennoch wissen wir häufig viel zu wenig – vor allem über die mittel- und langfristigen Konsequenzen dieser Entwicklung.

Zu Beginn unserer Veranstaltung wollen wir die Planungen des Manövers (soweit öffentlich bekannt) vorstellen und über die nach unserem Kenntnisstand geplanten Protestaktionen informieren.
Danach wollen wir über die massiv vorangetriebene Militarisierung der Gesellschaft diskutieren, (von der diese Manöver nur einen Teil darstellen) und darüber sprechen, welche Auswirkungen diese auf uns, unser Zusammenleben und die gesellschaftliche Entwicklung haben wird.
Wir freuen uns auf Euer Kommen

Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge!

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 29.April 2025 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich- Naumann- Str.7

März 1999: Der damalige deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping tritt vor die Presse und erzählt von einem „Hufeisenplan“ der serbischen Regierung zur Vertreibung der albanischstämmigen Bevölkerung des Kosovo. Damit wird nachträglich die völkerrechtswidrige Bombardierung Serbiens und des Kosovo durch die NATO legitimiert.
Heute: Eingestandenermaßen war es eine Lüge.

Januar 2003: Der US- Außenminister Colin Powell winkt vor dem UN-Sicherheitsrat mit einem Reagenzglas, in dem sich eine Substanz aus einem Biowaffenprogramm der irakischen Regierung befinde. Damit wurde der völkerrechtswidrige Krieg der „Koalition der Willigen“ gegen den Irak legitimiert.
Heute: Eingestandenermaßen war es eine Lüge; im Gegensatz zu Scharping und Fischer entschuldigte sich Powell später.

So funktioniert es bis heute: Kriege werden mit Begründungen in Gang gesetzt, die später nonchalant als „Irrtum“, als fehlerhafte Interpretation von ominösen Geheimdienstinformationen oder auch auch bewusste Falschinformation eingestanden werden. Die zahllosen Toten können keine Gerichtsverhandlungen mehr anstrengen, die Sieger eines Krieges stellt niemand vor ein Gericht.

Wir erinnern uns z.B. an die kürzliche Sprengung der Nord-Stream- Gaspipeline. Niemand untersucht ernsthaft, wer sie durchgeführt hat. Es fragt auch niemand mehr danach. Trotzdem dient sie irgendwie als Beispiel für hybride Kriegsführung gegen „uns“ und damit als Begründung für eine weitere Aufrüstung gegen Russland… Beschädigte Internetkabel in der Ostsee, niemand weiß Genaues, niemand fragt nach, aber es könnte mit Putin zusammenhängen – jederzeit steht jemand mit einem brennenden Streichholz an der Lunte, aber es gibt keinen öffentlichen Skandal.

Wie und warum funktioniert die Manipulation der herrschenden Meinung?
Wie können wir versuchen, den Durchblick zu behalten und woran erkennt man Verzerrungen und Manipulation?

Wir wollen diesen Fragen nachgehen: zum einen mit einem WDR- Film über die propagandistische Einleitung des Kosovo- Krieges 1999 und zum anderen mit einer Vorstellung des „Kochbuchs“ der Kriegspropaganda des us-amerikanischen Kommunikationstheoretikers Harold Lasswell, der u.a. während des Zweiten Weltkrieges Leiter der Abteilung für die „Study of War Time Communications“ des amerikanischen Kongresses war.

In Zeiten, in denen sich die zur Verfügung stehenden Informationsquellen vervielfacht haben, steht man / frau immer häufiger vor der Frage, ob und wie diesen zu trauen ist – oder eben nicht. Während den offiziellen Medien einer aktuellen Umfrage zufolge etwa 44 Prozent voll und ganz vertrauen* und sogar 64 Prozent insbesondere die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für sehr oder eher vertrauenswürdig halten, werden alternative Medien und ganz explizit social media eher kritisch gesehen: Laut einer Umfrage der Universität Mainz hielten nur 4 Prozent der Befragten alternative Nachrichtenportale für sehr oder eher vertrauenswürdig**. Nun wird ein Medium aber nicht dadurch vertrauenswürdig, dass Nutzer es – nach intransparenten und vermutlich subjektiven sowie sehr unterschiedlichen Beurteilungskriterien – für vertrauenswürdig halten, sondern es gilt ja zunächst einmal, anhand transparenter und nachvollziehbarer Kriterien zu überprüfen, ob ein Medium dieses Etikett verdient oder nicht.
Dazu wollen wir beispielhaft die Berichterstattung über Serbien vor dem NATO-Einsatz gegen Rest-Jugoslawien in Erinnerung rufen sowie die nachträgliche Aufdeckung der Begründung für die NATO-Bombardierung als Konstrukt (dazu schauen wir uns einen Filmbeitrag des WDR an). Wer nun denkt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“ wurde ja schon anhand der eingangs genannten Zahlen eines Besseren belehrt. Daher wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: „Wie machen „DIE“ das?“ Wie schaffen es öffentlich-rechtliche Medien, ihre Falschinformationen von gestern vergessen zu machen und das Vertrauen der Menschen immer wieder zu gewinnen um es dann erneut zu hintergehen? Welches sind die Techniken und Strategien der Propaganda, die offenbar so macht- und wirkungsvoll sind, dass wir uns ihnen nicht oder kaum entziehen können? Worauf sollten wir achten, um Propaganda entdecken zu können und wie können wir uns ihrer subtilen Wirkung entziehen? Wie kann man Information von Propaganda unterscheiden? Wenn wir diese Fragen beantworten, können wir Informationen aus öffentlich-rechtlichen UND so genannten alternativen Medien nutzen, da wir ihre Glaubwürdigkeit sehr viel besser beurteilen und einschätzen können. Damit kann es gelingen, ein umfassendes Bild der aktuellen Geschehnisse zu bekommen, das uns letztendlich dabei hilft, uns eine fundierte Meinung bilden zu können.
Wir knüpfen mit dieser Veranstaltung an die filmische Darstellung des unseligen Wirkens eines Edward Bernays an, die wir 2019 gemacht haben. Seine Praktiken und Techniken haben – allgemein akzeptierten – Eingang in die moderne PR gefunden und sind im Laufe der Zeit verfeinert worden.

* https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1285575/umfrage/vertrauen-in-die-medien-in-deutschland/

** Studie der Universität Mainz, s. https://medienvertrauen.uni-mainz.de/forschungsergebnisse-der-welle-2023//

Ernst Toller: „Nie wieder Friede!“

Szenische Lesung zum Mitmachen
Freitag, 25.April 2025 um 19 Uhr
Buchhandlung Horizonte, Bremer Str.6 in Harburg

Was passiert, wenn sich der Heilige Franziskus auf eine Wette mit dem ehemaligen französische Kaiser Napoleon einlässt? Eine Wette darüber, ob die Beteuerungen einer neuen Regierung, nun aber endgültig und für alle Zeiten den Frieden auszurufen, ernstzunehmen sind.

Dieses Stück des Dramatikers Ernst Toller haben wir vor einem Jahr schonmal gemeinsam gelesen. Nun wiederholen wir diese Lesung an einem neuen Ort, zusammen mit der Friedensinitiative Hamburg-Süd. Wir laden euch herzlich ein, vorbeizukommen und mitzulesen!

Was wollen wir tun, um den Kriegskurs zu stoppen?

Was wollen wir,
was können wir,
was sollten wir,
was müssen wir tun, um den Krieg zu stoppen??

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 24.September 2024, 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Die politischen und wirtschaftlichen Eliten sind entschlossen, Deutschland weiter in den Krieg zu führen. Eine „Zeitenwende“ ist angesagt: In fünf Jahren soll das Land, die ganze Gesellschaft bereit für einen offenen Krieg sein. Bis dahin beschränkt man sich darauf, gebetsmühlenhaft zu erklären, dass man ja mit allen Waffenlieferungen, Soldatenausbildungen, Geheimdienstunterstützung, finanzieller, logistischer und personeller Unterstützung der Ukraine oder Israels ja eben nur unterstütze, aber keine richtige Kriegspartei sei …
Institutionen und Verbände machen mit, die Unternehmerverbände, die Gewerkschaftsspitzen, die Sozialverbände, die „Zivilgesellschaft“…
Die Demonstrationen für Frieden sind dagegen mau besucht, eine dynamische Bewegung entwickelt sich durch sie nicht – obwohl alle persönlichen Gespräche und alle Umfragen dafür sprechen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung den Kriegskurs ablehnt.
Warum ist das so?
Wollen wir alle nicht glauben, dass der Zug tatsächlich in die angekündigte Richtung fährt?
Stecken wir den Kopf in den Sand?
Oder sind wir alle eingeschüchtert ob der geschlossenen Front der Kriegstreiber?

Was für eine Bewegung würden wir uns wünschen, wofür würden wir unsere Kräfte mobilisieren, was würde uns begeistern und mitreißen?

Darüber wollen wir mit euch diskutieren. Wir können uns auf zwei Ebenen Gedanken machen: Zum einen „strategisch“: Wäre es bspw. notwendig, die Kriegsmaschinerie da zu stoppen, wo wir arbeiten, in Krankenhäusern, Schulen, Logistik, Industrie …? Was könnten wir mit Kollegen und Kolleginnen gemeinsam tun? Oder ist es notwendig, die allgemeine Öffentlichkeit zu erreichen, durch Demonstrationen, durch Mahnwachen, durch Straßentheater oder anderes?
Zum anderen auf der „konkreten Ebene“: Was für Ideen haben wir um das ein oder andere strategische Ziel umzusetzen, was würden wir gerne machen und was bräuchten wir dafür?