Theater der Befreiung – Revolutionäres Theater im 20. Jahrhundert und heute

Theater_RusslandIm „üblichen“ Theater sind wir als Besucher passive Betrachter einer auf der Bühne vorgegebenen Wirklichkeit.

Während der revolutionären Umwälzung in Russland um 1918 herum haben vielfach Arbeiterklubs versucht, die Zuschauer aus dieser passiven Rolle herauszuholen. Das Theater erlebte einen ungeheuren Aufschwung – es wurde für die oft nicht lesekundige Bevölkerung ein Mittel, um sich auszudrücken und miteinander zu kommunizieren.

Auch das in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstandene Theater der Befreiung in Südamerika verfolgte dieses Ziel. Gemeinsam ist beiden der Versuch, mit den Mitteln des Theaters Möglichkeiten der Bewusstwerdung, Auseinandersetzung und Problembewältigung zu entwickeln. Spielerisch wurde die Veränderung der Wirklichkeit debattiert und erprobt.1801_proletkult

Auch heute könnten solche Formen des Theaters ein Werkzeug in der politischen Auseinandersetzung sein.

An diesem Abend wollen wir die Geschichte dieser Theatertradition Revue passieren lassen, die Prinzipien darstellen und schließlich uns gemeinsam (spielerische) Gedanken machen …

Dienstag, 26. März 2019,

19:30 Uhr

Mieterpavillon,

Friedrich-Naumann-Str.7

„Ethnizität ohne Gruppen“

Eine Diskussion auf Grundlage des gleichnamigen Buches von R. Brubaker

Dienstag, 25. September 2018, 19:30 Uhr im Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str. 7

Von „Rassen“ spricht heute kaum noch jemand, dafür hat sich jedoch der Begriff der „Kultur“ (oder eben: Ethnizität) durchgesetzt, um Gruppen von Menschen bestimmte, sozusagen natürliche Eigenschaften zuzuschreiben. Der Gesellschaft drohen Konflikte anhand solcher vermeintlich tiefsitzender Unterschiede. In Europa wurde so in den 90er Jahren der Bürgerkrieg in Jugoslawien erklärt. Aber auch aktuell spaltet die Besinnung auf (vorgebliche) ethnische Wurzeln selbst alte Nationalstaaten wie Spanien. Sogar unter Linken wird der „kurdische“ Unabhängigkeitskampf als Kampf einer ethnischen Gruppe verstanden. Auf diese Weise entstehen plötzlich vermeintlich homogene Gruppen, die ihre spezifischen Gruppenbedürfnisse in den Vordergrund rücken und erfüllt sehen wollen. Brubaker stellt mit seinem Buch die Frage, ob wir es nicht vielmehr mit einer Ethnisierung von Konflikten zu tun haben und nicht, wie ständig postuliert wird, mit ethnischen Konflikten. Dies wollen wir gemeinsam diskutieren.

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Militarisierung und Krieg: Wenn die Ausnahme zum Normalzustand wird

Zurückliegend: Militarisierung unserer Gesellschaft

zwei Veranstaltungen am 20. und am 27.Juni.

Wir fragen uns: Wie passt zusammen, dass auf Seiten der Bevölkerung…

  • eine deutliche Mehrheit bei Umfragen die Kriegs- und Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnt,
  • die Bundeswehr Probleme hat, genügend Soldaten zu finden,
  • Schüler regelmäßig gegen Werber der Bundeswehr an Schulen protestieren,
  • Studierende sich gegen Kooperationen ihrer Unis mit Militärs und Rüstungsindustrie wehren

….während gleichzeitig der Staat unbeeindruckt…

  • die Zahl und den Umfang der Kriegseinsätze der Bundeswehr permanent gesteigert hat,
  • die Bundeswehr nur an der Oberfläche verkleinert wurde,
  • durch Auslagerung und Privatisierung immer mehr ZivilistInnen in den militärischen Apparat einbindet,
  • öffentliche Aufmärsche von Polizei und Militär inszenieren kann,
  • Armee und Polizei in Hinsicht auf Bewaffnung und Kommandostrukturen verschmelzen kann.

Wie ist das alles möglich??

Haben wir alle letztendlich Angst, dass es ohne Krieg im Ausland noch schlimmer werden und das Chaos der Welt hier einbrechen würde? Oder ist die Bundeswehr durch Privatisierungen im Alltag gewissermaßen unsichtbarer geworden?

Oder sind wir alle so »wohlstandsträge« geworden, wie die Rechten behaupten, dass wir uns zwar selber nicht den Unbequemlichkeiten des afghanischen Kriegseinsatzes aussetzen wollen, aber ganz froh sind, wenn es andere für uns tun?

Wir wollen uns an zwei Abenden mit diesen Fragen beschäftigen.

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