Militarisierung unserer Gesellschaft

SONY DSCZurückliegend: Veranstaltung vom 27. Juni 2017

Für den zweiten Abend am 27.Juni haben wir einen Vertreter der DFG / VKDeutsche Friedensgesellschaft – Vereinte KriegsdienstgegnerInnen«) eingeladen. Er wird die Entwicklung des Rüstungsetats darstellen und aufzeigen, aus welchen zahlreichen Kanälen die Erhöhung der Rüstungsausgaben gespeist wird. Die in den Medien diskutierte Erhöhung des Rüstungsetats auf zwei Prozent des Bruttoinlands­ produktes würde nochmal eine gute Verdopplung der Ausgaben bedeuten!
Was bedeutet diese Entwicklung für uns? Welche Veränderungen werden sich zwangsläufig aus einer weiteres Stärkung der Bundeswehr ergeben?

  • Wie verschiebt sich z.B. die Grenze zwischen Krieg und Frieden?1706_BW
  • Wird aus Legitimationsgründen für die höheren Ausgaben möglicherweise Einsatzbedarf für die Bundeswehr künstlich geschaffen, indem etwa Konflikte schneller militärisch »gelöst« werden?
  • Welche Auswirkungen haben zunehmende militärische und kriegerische Auseinandersetzungen auf die Zivilgesellschaft?
  • Wird Krieg auf diese Weise (wieder) diskutierbar und salonfähig?

Dies sind einige Fragen, die uns bewegen und über die wir sprechen wollen.
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Dienstag, 27. Juni 2017 – 19:30 Uhr
Mieter-Pavillon
Friedrich-Naumann-Str.7

Film: Deserteure der US-Armee

Zurückliegend: Veranstaltung vom 20. Juni 2017

Am ersten Abend in unserer kl1706_Mejioeinen Reihe „Krieg und Militarisierung“ steht im Vordergrund, dass es auch innerhalb der kriegsführenden Armeen Widerstand gibt: Am 20. Juni zeigen wir einen Film über Deserteure des »War on Terror«. In ihm wird ein für uns wichtiger Punkt deutlich: ein großer Teil der Fußtruppen der NATO-Armeen ist aus finanzieller Not in der Armee gelandet. Ein Lateinamerikaner aus den USA erzählt in der Dokumentation, wie er in der bru
talen Behandlung der Bevölkerung des Irak die soziale Misere von Einwanderern in den USA wiedererkennt. Auch die Bundeswehr rekrutiert ihre unteren Dienstgrade vor allem in von Armut und Arbeitslosigkeit besonders betroffenen Regionen.
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Dienstag, 20.Juni 2017 – 19:30 Uhr
Mieter-Pavillon
Friedrich-Naumann-Str.7

Zwischen Amok und Alzheimer, Teil 2

zurückliegend!              Am 30. Mai 2017

DigiDemenz_1Am zweiten Abend  gehen wir der Frage nach, inwieweit wirklich das »Große Vergessen« auf uns lauert. Beobachten wir selber so etwas wie eine »digitale Demenz«, machen Google und Günther Jauch uns matschig im Kopf? Götz Eisenberg meint, »ja!«.

Wir wollen alles und zwar jetzt!“: Gesellschaftlichkeit stelle sich heute vor allem durch Konsum und Konsumieren her. Ironischerweise habe die 68er-Bewegung zwar die verknöcherte Wirtschaftswunder- und Aufbaugesellschaft mit ihrer Verzichtsmoral überwunden, aber um den Preis einer oberflächlichen Konsumgesellschaft. Der Konsum von Dingen hat aber nur eine Gegenwart, er brauche keine Vergangenheit und keine Zukunft. Deshalb sei Demenz nur eine logische Konsequenz für den einzelnen Menschen.

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Zwischen Amok und Alzheimer, Teil 1

Zurückliegend: Veranstaltung vom 25. April 2017

Menschen fahren mit ihren Autos in Menschenmengen, Schüler schießen in der Schule um sich, Piloten lassen Flugzeuge abstürzen… scheinbar grundlose Gewalt greift um sich.

Warum, was ist los in dieser Welt??

Ein ehemaliger Knastpsychologe aus Gießen namens Götz Eisenberg hat eine Sammlung von kurzen Texten unter dem Titel »Zwischen Amok und Alzheimer: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus« veröffentlicht. Unsere Gesellschaft bewegt sich heute zwischen den beiden Polen einer ziellosen Aggression und einer Kultur des Vergessens – Demenz als Ausdruck einer völligen Ent-Persönlichung.

Es gelingt ihm, Alltagsbeobachtungen als Ausgangspunkt des Nachdenkens über gesellschaftliche Entwicklungen zu nutzen. Insofern eignet sich das Buch sehr gut als Anregung für eine Diskussion.

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Zurückliegend: Veranstaltung vom 28. Februar 2017

„Lasset euer Schwert nit kalt werden, lasset nit verlähmen! Schmiedet pinke-panke auf den Anbossen Nimrods, werfet ihnen den Turm zu Boden!“

Thomas Müntzer – Manifest an die Mansfeldischen Bergknappen, 1525

Die Gesellschaft fällt auseinander. Die Reichen werden immer reicher. Die Institutionen verlieren ihren Sinn und ihre Legitimation. Jahrelange soziale Unruhen, Streiks und lokale Aufstände. Die Herrschenden sind verunsichert – Zugeständnisse wechseln sich mit blutigen Strafaktionen ab.

Eines Tages mündet alles in einen einzigen Aufstand. Die Apokalypse, das Ende der Welt, und der Beginn einer neuen Zeit stehen auf der Tagesordnung. Doch für die revoltierenden Menschen ist die Zeit zu kurz, ein neues Gesellschaftsmodell zu entwickeln. Die Niederlage und die Rache der Herrschenden ist fürchterlich. Sie kaufen sich Söldner, hetzen die Menschen gegeneinander auf; um ihre Pfründe zu sichern, reißen sie die Welt in den Abgrund.

Vormalige Reformer geifern auf einmal, der Staat solle rücksichtslos mit dem revoltierenden Mob aufräumen.

Überlebende Revolutionäre versuchen einen neuen Anlauf. Statt das Land zu kontrollieren, wollen sie nun in den Städten, den Zentren der Macht, die Herrschaft erobern – auch durch eine Strategie des Terrors. Angst vor ′Mordbrennerei′ wird von den Herren weiter geschürt, dient als Begründung für staatlichen Terror, Repression und Abschaffung von individuellen Freiheiten. Das Ergebnis? Ein dreißgjähriger Krieg – und die Geburt der Gesellschaft, wie wir sie kennen.

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Afghanistan – Kriegspolitik und Flucht

Zurückliegend: Veranstaltung vom 21. März 2017

»Wir wollen bleiben! »wir« ist die internationale Völkergemeinschaft, Soldaten und Polizisten, deutsche Soldaten und deutsche Polizisten. Damit die Sicherheit in Afghanistan besser wird. Und wenn wir bleiben, dann können wir auch erwarten, dass die Afghanen in ihrem eigenen Land bleiben« (Thomas de Maizière, 2016)

Seit im Dezember die erste Sammelabschiebung von Geflüchteten aus Afghanistan zurück in ihr von Jahrzehnten des Krieges zerstörtes Heimatland stattfand, ist das Land wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Wir wollen uns an diesem Abend mit der zynischen deutschen Abschiebe- und Kriegspolitik beschäftigen. Wir wollen uns die Geschichte des Krieges in Afganistan noch einmal anzusehen. Beginnen wollen wir in den 70er Jahren, nach dem Ende der Monarchie, mit der gezielten Förderung eines Bürgerkrieges bis hin zu den Taliban und dem Krieg sowie der Besetzung Afghanistans seit 2001.

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