Filmabend: »National Bird. Wohin geht die Reise, Amerika?«

Film von Sonia Kennebeck, 2017

NationalBirdDienstag, 6. Februar 2018 – 19:30 Uhr
Mieter-Pavillon, Hamburg-Heimfeld
Friedrich-Naumann-Str.7

Mit Hilfe der Aussagen von drei mutigen Informanten, die am US Drohnenprogramm mitarbeiteten, deckt dieser Dokumentarfilm einige verstörende Wahrheiten über amerikanische Kriegführung auf.“ (The Guardian)

Konnebeck rückt die leidtragenden Menschen ins Bild. Sie zeigt, wie aus Tätern Opfer ihrer Taten werden. Nicht nur die DrohnenpilotInnen und die SensorbedienerInnen begreifen, dass sie Teil der automatisierten Tötung sind, sondern auch die BildauswerterInnen, die im Hintergrund arbeiten.

Der Film blickt aber auch auf die Opfer, tausende Kilometer entfernt von den TäterInnen. Sprechen können nur noch die Überlebenden der Drohnenangriffe. Weiterlesen

Automatisierung und Ausbeutung – Diskussionsveranstaltung

 

Dienstag, 27. März 2018 – 19:30 Uhr
Mieter-Pavillon
Friedrich-Naumann-Str.7

Wie wird heute von den Unternehmern versucht, „Mehrwert“ zu erzeugen? Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ (oder „internet of things“ etc.) wird eine neue industrielle Revolution verkündet, mit einer neuen Welle der Rationalisierung, Automatisierung, dem Wegfall von Millionen von Jobs und der endgültigen „Herrschaft der Maschine“. Letzten Endes geht es um die Vorstellung von „intelligenten“, lernenden und miteinander vernetzten Robotern.chaplin

Parallel ist der Begriff der „Sharing Economy“ (oder auch „Gig Economy“ oder „crowd work“ oder…) in aller Munde; gemeint sind Unternehmensformen, bei der viele selbstständig Arbeitende von „Plattformfirmen“ gelenkt werden.

Wir laden Menschen aus verschiedenen Betrieben ein, etwa aus Industrie-, Umschlag- und Lagerbetrieben (auch Hafen) und von Lieferdiensten / Kuriere. Das Ziel der Veranstaltung ist es, konkrete Erfahrungen und Beobachtungen in einzelnen Betrieben in einem Zusammenhang zu diskutieren; d.h. es soll nicht so sehr um Details gehen, sondern darum, zu versuchen, die beobachteten Veränderungen auf einer etwas abstrakteren Ebene zu sehen: Wie verändern sich Arbeitsstrukturen insgesamt, über die einzelnen Betriebe hinaus? Wo werden tatsächlich Arbeitsstellen wegrationalisiert? Welche Arbeiten werden möglicherweise automatisiert? Welche Folgen hätte eine Automatisierung für die verbleibenden (oder möglicherweise neuen) Arbeiten? Weiterlesen

Marx, Drohnenkrieg und moderne Arbeit – unser Programm im Winter

Vor gut 200 Jahren standen die Menschen vor dem Rätsel, warum ihre Gesellschaft von einer ungeheuren Geschäftigkeit erfasst wurde; sie erlebten nicht nur den Zusammenbruch der alten Ständegesellschaft, sondern gleichzeitig den Beginn einer neuen Epoche, die zwar auf der einen Seite menschliches Massenelend und die Zerstörung natürlicher Grundlagen des Reichtums beinhaltete, auf der anderen Seite aber auch ein enormes Potenzial an gesellschaftlichem Fortschritt versprach. Die scheinbar unaufhaltsam wirkenden Triebkräfte dieser Epoche mussten erst noch entschlüsselt werden. 1818, vor genau 200 Jahren also, wurde Karl Marx geboren, dessen Lebenswerk um die Entschlüsselung dieses Rätsel kreisen sollte. Hinter seinen Gedanken über den „Mehrwert“ steht nichts weiter als die Frage danach, wie es kapitalistische Unternehmer schaffen, so viel mehr Wert aus den Arbeitenden herauszuholen, als sie zu ihrem Unterhalt benötigen. Wert, Geld, Kapital, das sie wieder einsetzen, um noch mehr und größere Maschinen bauen zu lassen, an denen noch mehr produziert wird, so dass sie noch mehr…

Marx analysierte also eine Gesellschaft im Aufbruch und hoffte, durch Verstehen die Möglichkeiten zu ihrer Überwindung zu verbessern. Heute ist es schwierig, dort anzuknüpfen: Wir müssen uns über eine globale Gesellschaftsordnung Gedanken machen, die sich in einer schweren Krise befindet. Es fällt schwer, im Bestehenden Entwicklungen zu entdecken, die in eine bessere Zukunft verweisen könnten: Die Produktivität in der Landwirtschaft und der Industrie geht zurück, politisch stehen die Zeichen auf Sturm, (Bürger-)Kriege und Gesellschaftszerfall. Weiterlesen

Fahren… so ein Kreuz damit aber auch…!

Zurückliegend: Veranstaltungen vom November 2017

Kreuzfahrten boomen wie nix, Reedereien verdienen Unsummen und die Stadt Hamburg tut alles, um sich auch hier als »schönste Stadt der Welt« zu präsentieren und noch mehr Schiffe anzulocken.

Warum lockt mich überhaupt auf eine Kreuzfahrt? Warum arbeite ich auf einem Kreuzfahrtschiff? Warum gibt es immer mehr Proteste gegen (Massen-)tourismus? Warum ist das Geschäft für Unternehmen so attraktiv?

Wir beschäftigen uns mit diesen vier Fragen in zwei Veranstaltungen, einer literarischen am 24.11. unter dem Titel „Auf der Kreuzfahrt ins Glück“ und einer Diskussionsveranstaltung am 28.11. mit dem Titel „Kreuzfahrt: Mallorca – Malta – Marzahn“.

Zur Einstimmung ein paar Beiträge zum Thema aus den Medien:

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Kreuzfahrt: Mallorca – Malta – Marzahn

Zurückliegend: Veranstaltung vom 28.11.2017

Kreuzfahrtschiffe sind heute Kleinstädte mit bis zu annähernd 10 000 Einwohnern und Einwohnerinnen. Ein Drittel arbeitet von ihnen arbeitet und zwei Drittel spannen aus.

Gut, dafür hat man ja auch Urlaub… und dieses Verhältnis ist kein großer Unterschied zu Mallorca: Um 430 000 Betten kümmern sich 130 000 Beschäftigte bei Tourismusfirmen.

Was ist also der Unterschied zwischen einer feststehenden Hotelanlage an Land und einer schwimmenden auf See? Warum sind schon 2015 allein angeblich fast zwei Millionen Deutsche eine Kreuzfahrt in See gestochen, während klassische Badestrände in der Türkei über Tunesien bis Ägypten hohe Einbußen haben?

♠ Das ein ist sicherlich die Suche nach Sicherheit: Die Angst vor Anschlägen wirkt meist nicht lange nach; der Rückgang der Buchungen in der Türkei und Nordafrika hat eher mit der Angst vor Instabilität zu tun. Störungen im Ablauf, unangenehme Polizeipräsenz, Kriminalität, Durchfall, Streiks der Beschäftigten…

♠ Das andere ist die Suche nach einem Ort, an dem man unter sich ist: Einmal für zwei Wochen nur unter Heavy Metal-, Klassik-, FKK-Fans oder Radrennfahrern, nur unter deutschen oder spanischen Mitreisenden.

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Auf der Kreuzfahrt ins Glück…

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…aus dem Film Zwölf Stühle von Ulrike Ottinger (2004)

Zurückliegend: Veranstaltung vom 24.11.2017

Zogen Kreuzfahrer einst in die Fremde, um dort ihr Glück (sprich: vor allem Beute) zu suchen, so ziehen Kreuzfahrer heute über’s Meer, um… ja, was eigentlich zu finden??

…ein literarischer Abend um das Thema „Kreuzfahrt“.

 

Der Ich- Erzähler des Romans Ocean King. Was einer unter Deck erleben kann will der Tristesse einer Pariser Banlieue entkommen. Mehr aus Jux meldet er sich auf eine Stellenanzeige einer Kreuzfahrtreederei und landet als Handlanger auf einem Kreuzfahrtriesen. Das „Jerusalem“ aller Angestellten im dunklen Bauch des Schiffes ist ein Platz mit Blick auf das Meer. Doch davon gibt es wenige. Der algerisch- französische Autor Slimane Kader hat zum Glück kein Sozialdrama gebastelt, sondern einen sehr lustigen, manchmal skurrilen Roman.

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»Die Abstiegsgesellschaft«

Zurückliegend: Veranstaltung vom 31. Oktober 2017

Die Feststellung, dass es im Kapitalismus ungerecht zugeht, ist banal. Darüber, dass die Kluft zwischen arm und reich wächst, wird viel geschrieben.

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Und darum geht es auch in dem Buch »Die Abstiegsgesellschaft« des Soziologen Oliver Nachtwey. Einige seiner Thesen über den gegenwärtigen Kapitalismus scheinen uns interessant. Es geht um eine Mittelschicht, die sich vom Abstieg bedroht fühlt. Um die Behauptung, dass eine allgemein zugängliche Bildung Chancengleichheit im Wettbewerb schafft. Nachtwey schaut auf den grassierenden Individualismus, bei dem Armut und Scheitern zur eigenen Niederlage werden, statt als Ausdruck gesellschaftlicher Ungerechtigkeit wahrgenommen zu werden. Und nicht zuletzt geht es um die Situation bei der Arbeit, wenn z.B. der Kollege neben mir seine Arbeitskraft zu ganz anderen Bedingungen verkauft, als ich?

Wir möchten euch das Buch kurz vorstellen und laden euch ein, mit uns einige der unten aufgeworfenen Fragen zu diskutieren.

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Zahlen oder nicht? – Wie notwendig sind Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)?

Zurückliegend: Veranstaltung vom 26. September 2017

Sicher kennen Sie das: Sie gehen wegen einer Routineuntersuchung zum Arzt und bekommen bei der Anmeldung ein Informationsblatt, auf dem Ihnen eine oder mehrere Untersuchungen offeriert werden, die Sie selber bezahlen sollen. Untermalt sind diese Angebote häufig mit Hinweisen darauf, dass Studien erwiesen haben, dass die Wahrnehmung dieser Untersuchungen ermöglicht, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und somit besser und sicherer heilen zu können. Die „Arzthelferinnen“ (jetzt „Medizinisch-technische Assistentinnen) haben oft noch eine passende Geschichte parat „Erst letzte Woche w1_Mafalda-e-il-mappamondo-2ar jemand hier, bei dem Krankheit xy entdeckt worden ist“ und schon hat man das Gefühl, vom Irrsinn befallen zu sein, sollte man diese Untersuchung(en) ablehnen.

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Literarische Lesung: Thomas Strittmatter – Die Liebe zu den drei Orangen

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zusammen!

Zurückliegend: Veranstaltung vom 22. August 2017

Thomas Strittmatter – Die Liebe zu den drei Orangen

Prinz Torte ist nicht gerade ein Bilderbuchprinz: Nicht nur ist er hypochondrisch und depressiv, nein, auch fürchterlichen Mund- und Fußgeruch plagen ihn und seine Umgebung. Die Ärzte sehen kaum noch Hoffnung. Sein Vater, der König Käse, ist darüber unglücklich, denn er würde nur zu gerne in Rente gehen. Im Hintergrund lauert schon die intrigante Prinzessin Mortadella, die mit Hilfe des Kammerdieners Suppe den Thron erobern will. Sie suchen die Hilfe der fürchterlich hässlichen und fiesen Seehexe Lotte Langustine. Die „gute“ Seite kann auf die Hilfe des Magiers Sellerie zählen, der zwischendurch als schweizer Bankier Stützli oder als Teufelchen Rösti auftritt. Der teuflische Plan der Bösen, das Ableben des Prinzen durch den reisenden Entertainer Theo Trüffel und dessen tödlich- langweiligen Witze zu beschleunigen, verkehrt sich ins Gegenteil, denn Trüffel erweist sich als treuer Diener des Prinzen. Zusammen reisen sie ins Land Polenta, wo es drei Orangen zu bergen gilt, in die der Prinz unsterblich verliebt ist…

Thomas Strittmatter (1961–1995) hat das 200 Jahre alte Märchen von Carlo Gozzi in ein sehr eigenwilliges und groteskes Drama umgeschrieben.

Wir laden am 25. August zu einer gemeinsamen szenischen Lesung ein – wer Lust hat, sucht sich eine Rolle aus, wer nur zuhören will, lauscht einfach.

19.30 Uhr im Kulturverein „Alles wird schön“, Friedrich-Naumann-Str.27

Wer Spaß hat, kleine Verkleidungen für die Rollen zu basteln, ist am Dienstag, den 22. August um 18 Uhr in den Mieterpavillon eingeladen, Fr.-Naumann-Str.5

Militarisierung und Krieg: Wenn die Ausnahme zum Normalzustand wird

Zurückliegend: Militarisierung unserer Gesellschaft

zwei Veranstaltungen am 20. und am 27.Juni.

Wir fragen uns: Wie passt zusammen, dass auf Seiten der Bevölkerung…

  • eine deutliche Mehrheit bei Umfragen die Kriegs- und Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnt,
  • die Bundeswehr Probleme hat, genügend Soldaten zu finden,
  • Schüler regelmäßig gegen Werber der Bundeswehr an Schulen protestieren,
  • Studierende sich gegen Kooperationen ihrer Unis mit Militärs und Rüstungsindustrie wehren

….während gleichzeitig der Staat unbeeindruckt…

  • die Zahl und den Umfang der Kriegseinsätze der Bundeswehr permanent gesteigert hat,
  • die Bundeswehr nur an der Oberfläche verkleinert wurde,
  • durch Auslagerung und Privatisierung immer mehr ZivilistInnen in den militärischen Apparat einbindet,
  • öffentliche Aufmärsche von Polizei und Militär inszenieren kann,
  • Armee und Polizei in Hinsicht auf Bewaffnung und Kommandostrukturen verschmelzen kann.

Wie ist das alles möglich??

Haben wir alle letztendlich Angst, dass es ohne Krieg im Ausland noch schlimmer werden und das Chaos der Welt hier einbrechen würde? Oder ist die Bundeswehr durch Privatisierungen im Alltag gewissermaßen unsichtbarer geworden?

Oder sind wir alle so »wohlstandsträge« geworden, wie die Rechten behaupten, dass wir uns zwar selber nicht den Unbequemlichkeiten des afghanischen Kriegseinsatzes aussetzen wollen, aber ganz froh sind, wenn es andere für uns tun?

Wir wollen uns an zwei Abenden mit diesen Fragen beschäftigen.

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