„Nackt in der Gesundheitscloud“

Film- und Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 28.Mai 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich- Naumann- Straße 7

Das Portal des Vereins »Patientenrechte und Datenschutz e.V.« schrieb als Rezension des Videos des Journalisten Norbert Häring im September 2023 folgendes:

Unter diesem Titel hat der Publizist und Blogger Norbert Haering ein Video veröffentlicht, das sich in weiten Teilen mit mit den aktuellen Plänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auseinandersetzt, einen noch stärkeren Zugriff auf die Gesundheits- und Behandlungsdaten der mehr als 73 Mio. Menschen in Deutschland zu erhalten, die gesetzlich krankenversichert sind.
In seinem Video greift Haering auch auf Aussagen verschiedener Veranstaltungen zurück, die der Verein Patientenrechte und Datenschutze. V. gemeinsam mit anderen Organisationen in den Jahren 2021 – 2023 zum Thema Digitalisierung des Gesundheitswesens gemacht hat und die hier als Videos dokumentiert sind.
Der Beitrag von Haering pflegt einen weitestgehend unaufgeregten, sachlichen Stil und ist in seinen Aussagen gut durch Quellenangaben belegt. Er ist – bezogen auf das Thema „Patientenrechte und Datenschutz“ – gut recherchiert, gut und verständlich aufgearbeitet und in der Sache korrekt. Die Verknüpfung dieser Thematik mit den Themenfeldern Corona-Pandemie und Impfpflicht im dritten Drittel des Videos ist aus Sicht des Rezensenten aber wenig zielführend und entbehrlich
.“

Soweit es um die reine Darstellung der politischen Akteure von Spahn, Lauterbach und Co. geht, können wir den Film nur zustimmend zur Kenntnis nehmen. Zur Diskussion stellen wollen wir dagegen die Interpretation Härings. Er ist in den Corona- Jahren als fundierter Kritiker der staatlichen Politik populär geworden. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass er ein Ökonom ist, der dem bürgerlichen Denken verpflichtet ist. Er studierte Volkswirtschaftslehre, war drei Jahre als Analyst bei der Commerzbank tätig und verdient seit Ende der 90er Jahre sein Geld als Wirtschaftsjournalist – bei der Börsen-Zeitung, später bei der Financial Times Deutschland und beim Handelsblatt.

Neben anderen würden wir gerne vier Punkte mit euch diskutieren:

1) Er sieht in der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung die Etablierung eines Kontrollregimes, das nicht etwa die Steigerung des Gesundheitszustandes zum Ziel hat, sondern die weitere Reichtumsanhäufung der Großkonzerne bedient.

2) Er sagt: „Daten sind der neue Rohstoff“: nach der Aneignung der menschlichen Arbeit folge die historische Phase, in der der menschliche Körper durch das Kapital angeeignet werde.

3) Das gipfelt in der dystopischen Vorstellung eines „digitalen Feudalismus“, also einer Gesellschaft, die ihren „Lehnsherren“ ausgeliefert ist, der ihnen Nutzungsrechte zuteilt oder wieder entzieht. Das sei der Kern dessen, was Klaus Schwab als Vision formuliert hat: „Ihr werdet nichts besitzen, aber glücklich sein!“

4) Häring stellt dagegen: „Eigentum ist Freiheit“ und „Bargeld ist Freiheit“

Wir haben da viele Fragen und auch Widerspruch zu und freuen uns, mit euch darüber zu diskutieren!

Heilen für die Heimatfront

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 30.April 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str. 7

Das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz und seine Auswirkungen auf das Gesundheitswesen

Die Ampel- Regierung will im Sommer ein sog. Gesundheitssicherstellungsgesetz verabschieden. Es soll die seit 1965 für den „Verteidigungsfall“ für verschiedene Branchen erlassenen Notstandsgesetze ergänzen. Die offiziellen Stichworte heute sind „Gesamtverteidigung“ und „zivil- militärische Zusammenarbeit“.

Bislang gibt es keine öffentlich zugänglichen Entwürfe des Gesundheitssicherstellungsgesetzes, geschweige denn, eine öffentliche Debatte. Aber es ist nicht der erste Versuch, auch für den Gesundheitsbereich eine im Krisenfall greifende Sicherstellung der Arbeitskraft zu erzwingen. 1982 scheiterte der letzte Versuch (siehe den interessanten 10-minütigen Panoramabericht von Mai 1982: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1982/-,panorama12862.html )
Es ist davon auszugehen, dass die Struktur des Gesetzes heute ähnlich wie damals sein und die gleiche Zielrichtung verfolgen wird. Allerdings haben sich die gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen in den letzten 40 Jahren geändert.

Wir wollen ein paar grundlegende Fragen stellen und diskutieren:

  • Welche grundsätzlichen politischen Ziele verfolgt ein Gesundheitssicherstellungsgesetz? Was sind demgegenüber die Bedürfnisse der Bevölkerung hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Versorgung?
  • Unterscheidet sich die geforderte „Kriegsfähigkeit“ grundsätzlich vom mittlerweile normalen „Krisenmodus“ des Gesundheitswesens?
  • Welche Veränderungen könnten konkret auf uns zukommen? Was bedeuten Sie für die Beschäftigten im Gesundheitswesen, aber auch für uns als (potenzielle) Patienten?
  • Wie fügt sich das Gesundheitssicherstellungsgesetz in den Gesetzeskanon zur Krisenbewältigung ein – auch auf europäischer Ebene?

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Falls jemand die Einladung ausdrucken und weitergeben will, wäre das natürlich toll: als pdf-Datei hier

Schließlich noch ein paar Lesehinweise für Interessierte:

Stimmen und Konzepte für die Militarisierung:

Crisis Prevention („das behördliche Fachmagazin für Gefahrenabwehr, Innere Sicherheit und Katastrophenhilfe“): Gesamtverteidigung akut – Warum sich die zivile Verteidigung weiterentwickeln muss (2024)
https://crisis-prevention.de/sicherheit/gesamtverteidigung-akut-warum-sich-die-zivile-verteidigung-weiterentwickeln-muss.html

Crisis Prevention: Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz als Voraussetzung für die ZMZ? (2022)
https://crisis-prevention.de/sicherheit/ein-gesundheitssicherstellungsgesetz-als-voraussetzung-fuer-die-zmz.html

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages (2020):
Zur Rolle der Bundeswehr(Zentral)krankenhäuser im Rahmen der Re-Fokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung sowie zur Frage unter welchen Voraussetzungen die Bundeswehr im Bedarfsfall auf zivile Krankenhäuser zurückgreifen kann
https://www.bundestag.de/resource/blob/684768/d6992067c7ac9b8e529851134d593e8c/WD-2-154-19-pdf-data.pdf

Deutsche Ärzteblatt: Das Gesundheitswesen muss sich besser auf Krieg, Terror und Katastrophen vorbereiten (2024)
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/150014/Das-Gesundheitswesen-muss-sich-besser-auf-Krieg-Terror-und-Katastrophen-vorbereiten

Die Neuausrichtung des Gesundheitswesens als Anforderung der NATO (2023):
Resilience, civil preparedness and Article 3
https://www.nato.int/cps/en/natohq/topics_132722.htm

Institut für Strategie & Vorschau der Bundeswehruni München:
»Die Grundlage für Resilienz ist Bewusstsein für das, was uns bedroht.« (2023)
Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm über Pandemiebewältigung, Resilienz und die Zeitwende
https://metis.unibw.de/de/publications/05-die-grundlage-fuer-resilienz-ist-bewusstsein-fuer-das-was-uns-bedroht

(rare) Stimmen gegen die Militarisierung:

Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW):
Nationale Sicherheitsstrategie und Gesundheitssicherstellungsgesetz: Die Militarisierung der Gesundheitsversorgung (2024)
https://helmutkaess.de/die-militarisierung-der-gesundheitsversorgung-maerz-24

Friedensbündnis Karlsruhe zur Kooperation zwischen örtlicher Klinik und Bundeswehr (2012):
Krankenhaus + Bundeswehr = Handlanger für den nächsten Krieg? Nein zur Militarisierung des Gesundheitswesens!
https://archiv.labournet.de/branchen/dienstleistung/militaer.html

ÖTV gegen Militarisierung des Gesundheitswesens
Seminar der betroffenen Betriebs- und Personalräte in Baden-Württemberg (2000)
https://www.imi-online.de/2000/08/00/oetv-gegen-militaris

Günther Anders: Philosophische Betrachtungen zur Bildschirm-Zeit

Buchvorstellung und Diskussion
Dienstag, 26. März 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Der Philosoph Günther Anders (1902 – 1992) veröffentlichte im Jahre 1956 das Buch: „Die Welt als Phantom und Matrize“ – Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen.

Philosophische Betrachtungen zur Bildschirm-Zeit

„Die Welt wird uns ins Haus geliefert“, schrieb Günther Anders im Jahre 1956. Er meinte damit die Verbreitung von Rundfunk und Fernsehen. Diese statten die Konsumierenden mit einem Gefühl der Allmacht und Allgegenwärtigkeit aus, während sie durch selbige Medien im Endeffekt entmündigt und hörig gemacht werden.
In seinem Werk „Die Welt als Phantom und Matrize“ beschreibt er, wie die Massenmedien die Welt zum Verschwinden bringen, indem sie diese mit „Phantomen“ besiedeln. Phantome – halb Wirklichkeit und halb Schein – wie wir sie ständig auf Bildschirme und Lautsprecher abrufen, verzerren nicht nur unsere Wahrnehmung, sondern dienen auch als Vorbilder („Matrizen“) mit denen wir uns vergleichen und nach denen wir handeln.

Wenn „Smartphone-Babies“ keinen Unterschied zwischen einem Display und einer Zeitschrift erkennen und über das Papier wischen, als wäre es ein Touch-Screen; wenn computerbearbeitete Bilder und Videos den „Normalkörper“ zeigen sollen und den Druck der Schönheitsideale erhöhen; dann können wir durchaus von Phantomen sprechen, die uns die Wirklichkeit vorgaukeln, und von Matrizen, die uns vorgeben wollen, wie wir zu handeln haben. Dies wird verstärkt durch die mediale Reizüberflutung im öffentlichen Raum und die Verpflichtung, digital zu sein.

Inzwischen ist Günther Anders (1902-1992), einst ein weitläufig bekannter Philosoph und wichtiger Kritiker der Politik, in Vergessenheit geraten. Doch liegt dies daran, dass seine Kritik inzwischen veraltet ist? Oder daran, dass seine Kritik unseren heutigen Zeitgeist umso treffender hinterfragt?

Es wird viel Raum für Fragen geben…!

Wer sich vorab schonmal ein Bild machen will, kann hier den Text anschauen:

https://philosophia.at/AndersTV.htm

Postdemokratie – Zustandsbeschreibung oder Demokratie in neuem Gewand?

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 27.Februar 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Wir merken alle, dass „etwas nicht stimmt“ mit unserer „Demokratie“. Vom Mainstream abweichende Meinungen werden diffamiert, ihre Vertreter schikaniert und / oder lächerlich gemacht, der Ton in Zeitungen und Talk-Shows wird rauer und den „Abweichlern“ gegenüber verächtlich, Begriffe aus der Nazi-Zeit werden salonfähig, denn es scheint nichts groß dabei zu sein, Kritiker der Corona-Maßnahmen als „Blinddarm der Gesellschaft“ zu bezeichnen (S.Bosetti), oder Kriegsgegner als „Lumpenpazifisten“ (S.Lobo).
Dass sich etwas unwiderrruflich verändert hat, wird auch von Seiten der Regierenden nicht bestritten: Mit Corona wurden wir auf ein „neues Normal“ eingestimmt, mit dem Krieg in der Ukraine auf eine „Zeitenwende“. Und immer deutlicher wird: Im Zuge dieser Entwicklungen geht (neben vielem anderen) der öffentliche Debattenraum verloren, wie an den eingangs angerissenen Beispielen zu sehen ist.
Dieses Phänomen hat sich aber nicht so überraschend entwickelt, wie es scheint. Dass die Demokratie möglicherweise ausgedient, bzw. eine neue Form angenommen hat, wird bereits seit längerem unter dem Begriff „Postdemokratie“ diskutiert (s. z.B. das Heft Nr. 4 des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegung (FNSB) aus dem Jahr 2006 – hier , Titel: „Postdemokratie – ein neuer Diskurs?“ oder Heft 1-2 „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (ApuZ) aus dem Jahr 2011 mit dem Titel: „Postdemokratie?“ – hier)

Die Bezeichnung „Postdemokratie“ wurde von Jaques Rancière (französischer Philosoph) Mitte der 90er Jahre erstmalig in eine breitere Debatte eingebracht, wobei die so bezeichnete Entwicklung auch schon früher thematisiert wurde, allerdings nicht unter der dem Namen „Postdemokratie“.
Wir wollen uns mit dem Zustand unserer Gesellschaft beschäftigen, der durch diesen Begriff charakterisiert wird und diskutieren, inwiefern dies uns dabei helfen kann, die momentan sich immer weiter verhärtenden gesellschaftlichen Fronten aufzuweichen. Vor allem: dem Teil der Gesellschaft, der immer weniger gehört und vor allem akzeptiert wird, wieder zu einer legitimierten Position und Stimme zu verhelfen. Ob dazu eine Re-Demokratisierung das geeignete Mittel ist (wie die Diskussion um „Post“-Demokratie nahelegt)? Auch das wird zu besprechen sein.
Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion mit Euch!

Militarisierung macht Schule – Wer den Krieg nicht verlieren will, muss die Köpfe gewinnen

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 30.Januar 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumannstr.7

Deutschland soll kriegstauglich werden, sagt unser Noch-Verteidigungs- und vielleicht bald Kriegsminister Pistorius. Die Soldaten seien verweichlicht, die Ausrüstung der Bundeswehr veraltet, die Strukturen modernisierungsbedürftig. Geld soll her und das nicht zu knapp, um die Armee auf neue Herausforderungen vorzubereiten und sie wieder (?) kriegstauglich zu machen. Nach den 100 Milliarden „Sondervermögen“, die der Bundeswehr einmalig im Jahr 2022 zugestanden wurden, soll zukünftig die 2%-Regel eingehalten werden, also jährlich 2% des BIP als Bundeswehretat. Das wären immerhin 67 Milliarden Euro – pro Jahr!
Link zur Bundeszentrale für Politische Bildung

Allein diese Entwicklung ist schlimm genug. Aber: „Welche Rolle (…) Politik und Gesellschaft spielen, um Deutschland wieder wehrbereit zu machen, was geschehen muss, um die politischen Entscheidungsträger und das Volk «kriegswillig» zu machen, damit hat sich die Bundesrepublik bisher kaum beschäftigt“. Fest steht (angeblich): Den Deutschen mangelt es am politischen Willen zum Kampf – so der ehemalige Oberkommandierende der US-Landstreitkräfte in Europa
Link zur Neuen Zürcher Zeitung

Das soll nun anders werden. Neben vielen Bereichen (Zivilschutz, Gesundheitswesen) soll Kriegsvorbereitung auch im Bildungsbereich fester Bestandteil werden und so dafür sorgen, dass zukünftige Generationen lernen, in Feindbildern zu denken. Statt gesellschaftliche Konflikte als solche zu verstehen, werden sie von den Herrschenden moralisiert. Politische Gegner sollen zu Feinden werden, mit denen man nicht mehr verhandelt, sondern die es nur noch zu vernichten gilt. Wie sich das auf die Gesellschaft auswirkt, erleben wir ja bereits seit der Corona-Zeit und zu befürchten steht: „Schlimmer geht immer“.
Selbstredend wird die mental-psychologische Kriegsvorbereitung nicht plump als solche vermarktet. Zu hören bekommen wir beispielsweise: „Die Zukunft braucht weltoffene, politisch kompetente und handlungsfähige Menschen mit Gestaltungskompetenz, die bereit sind, sich für zukunftsfähige Lösungen einzusetzen, mit globaler Perspektive und lokalem Blick.
„KOOPERATIONSVEREINBARUNG Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein und Landeskommando Schleswig-Holstein“ vom August 2021

Erreicht werden soll dies durch Bildungsarbeit. Unter anderem durch so genannte Jugend­offiziere der Bundeswehr, die ja bereits seit Längerem zwecks „politischer Bildungsarbeit“ in Schulen eingesetzt werden. (Link zur Bundeswehr)

Angeblich bieten „Die Bildungsangebote der Jugendoffiziere (…) die Möglichkeit, komplementär und multiperspektivisch auch soziale, wirtschaftliche, umwelt- und entwicklungspolitische Aspekte eines erweiterten Sicherheitsbegriffes im Kontext der Friedenssicherung [!] zu vermitteln.
Präambel der „KOOPERATIONSVEREINBARUNG zwischen dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und dem Landeskommando Schleswig-Holstein“ vom August 2021

Ist die Militarisierung des Bildungswesens neu? Oder ist sie die konsequente Weiterführung einer zunehmend auf Kapitalinteressen getrimmten Bildungsauffassung?
Diese Frage wollen wir in unserer Veranstaltung diskutieren. Eine Ahnung, was noch kommen kann, haben wir durch den Umgang mit den Krisen und Kriegen der letzten vier Jahre erleben können. Vielleicht entwickeln wir Ideen, wie wir Menschen in den Schulen den Rücken stärken können, dagegen anzugehen und finden Ansätze dafür, wie eine „Erziehung zum friedlichen Miteinander“ aussehen könnte.

Ein paar Texte zum Hintergrund:

Bernd Schoepe: Cancel Culture macht Schule!
Wie der neoliberale Schulumbau eine institutionalisierte Form von Cancel Culture hervorbringt, die Demokratie und Bildung gleichermaßen abzuwickeln droht

https://www.gew-ansbach.de/data/2021/11/Schoepe_Cancel_Culture_macht_Schule.pdf

Schoepe geht es in diesem Text nicht speziell um die Militarisierung, aber um die Tendenz zum Autoritären in der Bildung, die er als Folge des von der OECD / dem Kapital durchgesetzten Paradigmenwechsels in der Pädagogik betrachtet.

IMI-Studie 2010/02
Die Eroberung der Schulen: Wie die Bundeswehr in Bildungsstätten wirbt
Infomationsstelle Militarisierung. 19. Januar 2010
https://www.imi-online.de/2010/01/19/die-eroberung-der-sc/

Die Eroberung der Köpfe: Wie die Bundeswehr in Bildungseinrichtungen wirbt
https://www.gew-wiesbaden.de/fileadmin/user_upload/Die_Eroberung_der_Koepfe.pdf

So sollte es sein!!

Was ist Demokratie?

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 28.November 2023 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Demokratie ist ein Begriff, der für viele gleichgesetzt wird mit den „guten“ westlichen Werten. Freiheit und Demokratie erscheinen uns oft wie die besten Errungenschaften des vorletzten Jahrhunderts und aktuell ziehen „wir“ sogar mit in den Krieg, um dieses Wunderwesen Demokratie zu verteidigen. Aber: Was ist es denn das, was wir da meinen, verteidigen zu müssen? Hält die Demokratie, so wie wir sie kennen, einer kritischen Prüfung stand? Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff Demokratie „Formen der Herrschaftsorganisation auf der Grundlage der Partizipation bzw. Teilhabe aller an der politischen Willensbildung“, also eine Herrschaft des Volkes. Ausgeklammert bleibt allerdings die Verfügung über die Produktionsmittel und das Privateigentum generell.
Die Gruppe „Gegenstandpunkt“ behauptet jedoch, die Demokratie sei die „perfekte Form der kapitalistischen Herrschaft“. Wir wollen diese beiden Auffassungen von Demokratie einander gegenüberstellen, um im Gegenlicht der einen Auffassung die jeweils andere deutlicher zu erkennen – und ggf. kritisieren zu können. Dazu wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was denn genau eine Demokratie ausmacht. Sind es tatsächlich die in der Definition bei Wikipedia zu findenden: „… allgemeinen, freien und geheimen Wahlen, die Aufteilung der Staatsgewalt bei Gesetzgebung, Regierung und Rechtsprechung auf voneinander unabhängige Organe (Gewaltenteilung) sowie die Garantie der Grundrechte“? Und wie sieht es dann aus mit der Demokratie, wenn die allgemeinen Grundrechte, wie wir es vor nicht allzu langer Zeit erlebt haben, staatlicherseits einfach suspendiert werden? Kann man dann trotzdem von Demokratie sprechen? Oder kann man der Ansicht des „Gegenstandpunkt“ folgen und sagen, dass die bürgerliche Demokratie sowieso nie dazu gedacht war, eine „Volksherrschaft“ zu ermöglichen, sondern dass sie im Gegenteil nur dazu dient, vordergründig zu suggerieren, dass das Volk ein Mitspracherecht hat, dass es „wir“ sind, deren Wille in Gesetze gegossen wird – während es in Wirklichkeit der Wille ganz anderer ist – und dass die Demokratie auf nahezu perfekte Weise den „schwarzen Peter“ für unliebsame Entscheidungen an diejenigen weiterreicht, deren Willen umzusetzen sie vorgibt? Ist die Demokratie somit lediglich die Legitimationsbasis für die Umsetzung und Anwendung von Herrschaft, die sich so weit vom „Volkswillen“ entfernt aufhält, wie der Proletarier vom „World Economic Forum“?

Der Krieg in Gaza

Diskussion / Austausch zum aktuellen Krieg in Gaza
Dienstag, 5. Dezember 2023 um 19:30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str. 7

Wir möchten Euch anlässlich der aktuellen Geschehnisse in Israel / Gaza zu einer Veranstaltung außerhalb der Reihe einladen, um uns mit euch über die Hintergründe, mögliche Protestformen, aber auch über die Frage, wie dieser Konflikt die Verhältnisse bei uns beeinflusst, z.B. über die dauerhaften Verbote von Demonstrationen, auszutauschen.

Wir haben dafür den ersten Dienstag im Dezember eingeplant.

Graffiti mit dem Bild Laila Khaleds. Sie ist ein führendes Mitglied der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Ihr Bild das in den 70er Jahren

Wir werden keinen Vortrag vorbereiten, sondern wollen vorschlagen, über einen Text des (pensionierten) Frankfurter Theologen Hans Christoph Stoodt zu diskutieren. Er stellt in 31 Thesen seine Gedanken zum Hintergrund des Konfliktes dar und wirft zum Schluss die Frage auf, was unsere Ziele und Aufgaben sein sollten.

Hier der Link zu diesem Text:

https://wurfbude.wordpress.com/2023/10/31/die-zweite-nakba-beginnt-was-tun-wir/

Das Monatsprogramm des Laien’s Clubs für Oktober 2023 ist fertig!

Dank vielfältiger Mitarbeit können wir im Oktober drei Veranstaltungen anbieten, eine literarische Lesung, einen Film und die obligatorische Diskussionsveranstaltung.
Wir freuen uns auf euren Besuch!

Das Programm könnt ihr gerne ausdrucken und weiterverteilen – das wäre sogar sehr schön!

Hier ist es:

WHO und EU auf dem Weg zur neuen Gesundheitspolizei?!

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, den 31.Oktober 2023 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Bundeswehr zur Lagebesprechung im Altenheim. Quelle: Wehrmedizin

1948 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO als Unterorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Lange Zeit hatte sie einen relativ guten Ruf; sie hat in den 70er Jahren ihren Fokus auf die Verbesserung der Lebensbedingungen und eine generelle Gesundheitsversorgung gelegt.
Doch seit den 90er Jahren ziehen sich ihre staatlichen Träger zurück und überlassen das Feld privaten „Wohltätigkeitsstiftungen“ (allen voran die Gates Foundation), in deren Aufsichtsräten u.a. Vertreter von Pharmaherstellern sitzen. So werden heute privatwirtschaftliche Akteure mit staatlichen Vollmachten ausgestattet.
Halt! Die WHO hat für sich keine staatlichen Aufgaben und Vollstreckungsmöglichkeiten!
Das war auch nach ihrer Meinung das große Manko bei der Umsetzung des vorgeschlagenen Pandemieregimes: Alle Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten wären von den Einzelstaaten nicht umfassend umgesetzt worden. Die Absätze der Pharmaindustrie in Form von Impfstoffen waren zwar groß, aber es gibt noch Luft nach oben. Deshalb möchte sie in Zukunft die Alleinherrschaft in Gesundheitsfragen übernehmen. Das Problem, dass die „Pandemie“ durch einen globalen Notstand bekämpft wurde, an dessen Maßnahmen mehr Menschen gestorben sind als an der Krankheit selber, sieht sie nicht; wer die Notstandsmaßnahmen kritisiert, sitze sog. „Desinformationskampagnen“ auf. Um ihren bisherigen „Empfehlungen“ einen verbindlichen Rahmen zu geben, will sie die Mitgliedsstaaten nun zu einem Pandemievertrag und den Internationalen Gesundheitsvorschriften bei der kommenden Weltgesundheitsversammlung 2024 verpflichten. Die EU mit Frau von der Leyen an der Spitze (man erinnere sich an den Skandal um die per SMS vereinbarten Milliardenverträge mit Pfizer und Co.), prescht bereitwillig vor: Im Dezember 2021 hat die EU eine europäische Behörde für Notfallmaßnahmen im Gesundheitswesen (European Health Emergency Response Authority HERA) eingerichtet. Diese verordnet, dass die digitalen Gesundheits-(=Impf-)zertifikate weiter ausgestellt werden müssen, obwohl alle wissen, dass die Impfungen überhaupt nicht funktionieren! Dies will die WHO als Erfolgsmodell in seine Verträge übernehmen. Außerdem verhandelt die EU mit der WHO, dass sie für die Europäische Union entsprechend der Richtlinien der WHO ein eigenes Regelwerk aufbauen will, was bedeutet, dass wir Bürger der EU diesen Bedingungen unterworfen sind! Es dürfen aber weder der neue Pandemievertrag und die Internationalen Gesundheitsregeln noch die EU-Verträge verabschiedet werden! Versuchen wir, das zu verhindern!

Essbare Botanik in der Stadt

Rundgang
Sonntag, 24.September 2023 um 14 Uhr
Vor dem Kulturverein „Alles Wird Schön“, Friedrich-Naumann-Str.27

Hildegard von Bingen ist schuld: Sie kultivierte um 1130 n.u.Z. den heutigen Albtraum jeden Gärtners: Der Giersch, in der Stadt ein nicht zu vertreibender Vitaminlieferant…

Ein botanischer Rundgang…
…irgendwo, von Überraschungen in der Pflasterfuge bis zu Essbarem am Straßenrand.
Dazu ein wenig Diskussion von Ökologie bis hin zur Weltlage – und was das alles miteinander zu tun hat.
Ein Spaziergang mit Freiheitsgraden, offen auch für das, was die Teilnehmer*innen beitragen.