Günther Anders: Philosophische Betrachtungen zur Bildschirm-Zeit

Buchvorstellung und Diskussion
Dienstag, 26. März 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Der Philosoph Günther Anders (1902 – 1992) veröffentlichte im Jahre 1956 das Buch: „Die Welt als Phantom und Matrize“ – Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen.

Philosophische Betrachtungen zur Bildschirm-Zeit

„Die Welt wird uns ins Haus geliefert“, schrieb Günther Anders im Jahre 1956. Er meinte damit die Verbreitung von Rundfunk und Fernsehen. Diese statten die Konsumierenden mit einem Gefühl der Allmacht und Allgegenwärtigkeit aus, während sie durch selbige Medien im Endeffekt entmündigt und hörig gemacht werden.
In seinem Werk „Die Welt als Phantom und Matrize“ beschreibt er, wie die Massenmedien die Welt zum Verschwinden bringen, indem sie diese mit „Phantomen“ besiedeln. Phantome – halb Wirklichkeit und halb Schein – wie wir sie ständig auf Bildschirme und Lautsprecher abrufen, verzerren nicht nur unsere Wahrnehmung, sondern dienen auch als Vorbilder („Matrizen“) mit denen wir uns vergleichen und nach denen wir handeln.

Wenn „Smartphone-Babies“ keinen Unterschied zwischen einem Display und einer Zeitschrift erkennen und über das Papier wischen, als wäre es ein Touch-Screen; wenn computerbearbeitete Bilder und Videos den „Normalkörper“ zeigen sollen und den Druck der Schönheitsideale erhöhen; dann können wir durchaus von Phantomen sprechen, die uns die Wirklichkeit vorgaukeln, und von Matrizen, die uns vorgeben wollen, wie wir zu handeln haben. Dies wird verstärkt durch die mediale Reizüberflutung im öffentlichen Raum und die Verpflichtung, digital zu sein.

Inzwischen ist Günther Anders (1902-1992), einst ein weitläufig bekannter Philosoph und wichtiger Kritiker der Politik, in Vergessenheit geraten. Doch liegt dies daran, dass seine Kritik inzwischen veraltet ist? Oder daran, dass seine Kritik unseren heutigen Zeitgeist umso treffender hinterfragt?

Es wird viel Raum für Fragen geben…!

Wer sich vorab schonmal ein Bild machen will, kann hier den Text anschauen:

https://philosophia.at/AndersTV.htm

Postdemokratie – Zustandsbeschreibung oder Demokratie in neuem Gewand?

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 27.Februar 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Wir merken alle, dass „etwas nicht stimmt“ mit unserer „Demokratie“. Vom Mainstream abweichende Meinungen werden diffamiert, ihre Vertreter schikaniert und / oder lächerlich gemacht, der Ton in Zeitungen und Talk-Shows wird rauer und den „Abweichlern“ gegenüber verächtlich, Begriffe aus der Nazi-Zeit werden salonfähig, denn es scheint nichts groß dabei zu sein, Kritiker der Corona-Maßnahmen als „Blinddarm der Gesellschaft“ zu bezeichnen (S.Bosetti), oder Kriegsgegner als „Lumpenpazifisten“ (S.Lobo).
Dass sich etwas unwiderrruflich verändert hat, wird auch von Seiten der Regierenden nicht bestritten: Mit Corona wurden wir auf ein „neues Normal“ eingestimmt, mit dem Krieg in der Ukraine auf eine „Zeitenwende“. Und immer deutlicher wird: Im Zuge dieser Entwicklungen geht (neben vielem anderen) der öffentliche Debattenraum verloren, wie an den eingangs angerissenen Beispielen zu sehen ist.
Dieses Phänomen hat sich aber nicht so überraschend entwickelt, wie es scheint. Dass die Demokratie möglicherweise ausgedient, bzw. eine neue Form angenommen hat, wird bereits seit längerem unter dem Begriff „Postdemokratie“ diskutiert (s. z.B. das Heft Nr. 4 des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegung (FNSB) aus dem Jahr 2006 – hier , Titel: „Postdemokratie – ein neuer Diskurs?“ oder Heft 1-2 „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (ApuZ) aus dem Jahr 2011 mit dem Titel: „Postdemokratie?“ – hier)

Die Bezeichnung „Postdemokratie“ wurde von Jaques Rancière (französischer Philosoph) Mitte der 90er Jahre erstmalig in eine breitere Debatte eingebracht, wobei die so bezeichnete Entwicklung auch schon früher thematisiert wurde, allerdings nicht unter der dem Namen „Postdemokratie“.
Wir wollen uns mit dem Zustand unserer Gesellschaft beschäftigen, der durch diesen Begriff charakterisiert wird und diskutieren, inwiefern dies uns dabei helfen kann, die momentan sich immer weiter verhärtenden gesellschaftlichen Fronten aufzuweichen. Vor allem: dem Teil der Gesellschaft, der immer weniger gehört und vor allem akzeptiert wird, wieder zu einer legitimierten Position und Stimme zu verhelfen. Ob dazu eine Re-Demokratisierung das geeignete Mittel ist (wie die Diskussion um „Post“-Demokratie nahelegt)? Auch das wird zu besprechen sein.
Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion mit Euch!

Militarisierung macht Schule – Wer den Krieg nicht verlieren will, muss die Köpfe gewinnen

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 30.Januar 2024 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumannstr.7

Deutschland soll kriegstauglich werden, sagt unser Noch-Verteidigungs- und vielleicht bald Kriegsminister Pistorius. Die Soldaten seien verweichlicht, die Ausrüstung der Bundeswehr veraltet, die Strukturen modernisierungsbedürftig. Geld soll her und das nicht zu knapp, um die Armee auf neue Herausforderungen vorzubereiten und sie wieder (?) kriegstauglich zu machen. Nach den 100 Milliarden „Sondervermögen“, die der Bundeswehr einmalig im Jahr 2022 zugestanden wurden, soll zukünftig die 2%-Regel eingehalten werden, also jährlich 2% des BIP als Bundeswehretat. Das wären immerhin 67 Milliarden Euro – pro Jahr!
Link zur Bundeszentrale für Politische Bildung

Allein diese Entwicklung ist schlimm genug. Aber: „Welche Rolle (…) Politik und Gesellschaft spielen, um Deutschland wieder wehrbereit zu machen, was geschehen muss, um die politischen Entscheidungsträger und das Volk «kriegswillig» zu machen, damit hat sich die Bundesrepublik bisher kaum beschäftigt“. Fest steht (angeblich): Den Deutschen mangelt es am politischen Willen zum Kampf – so der ehemalige Oberkommandierende der US-Landstreitkräfte in Europa
Link zur Neuen Zürcher Zeitung

Das soll nun anders werden. Neben vielen Bereichen (Zivilschutz, Gesundheitswesen) soll Kriegsvorbereitung auch im Bildungsbereich fester Bestandteil werden und so dafür sorgen, dass zukünftige Generationen lernen, in Feindbildern zu denken. Statt gesellschaftliche Konflikte als solche zu verstehen, werden sie von den Herrschenden moralisiert. Politische Gegner sollen zu Feinden werden, mit denen man nicht mehr verhandelt, sondern die es nur noch zu vernichten gilt. Wie sich das auf die Gesellschaft auswirkt, erleben wir ja bereits seit der Corona-Zeit und zu befürchten steht: „Schlimmer geht immer“.
Selbstredend wird die mental-psychologische Kriegsvorbereitung nicht plump als solche vermarktet. Zu hören bekommen wir beispielsweise: „Die Zukunft braucht weltoffene, politisch kompetente und handlungsfähige Menschen mit Gestaltungskompetenz, die bereit sind, sich für zukunftsfähige Lösungen einzusetzen, mit globaler Perspektive und lokalem Blick.
„KOOPERATIONSVEREINBARUNG Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein und Landeskommando Schleswig-Holstein“ vom August 2021

Erreicht werden soll dies durch Bildungsarbeit. Unter anderem durch so genannte Jugend­offiziere der Bundeswehr, die ja bereits seit Längerem zwecks „politischer Bildungsarbeit“ in Schulen eingesetzt werden. (Link zur Bundeswehr)

Angeblich bieten „Die Bildungsangebote der Jugendoffiziere (…) die Möglichkeit, komplementär und multiperspektivisch auch soziale, wirtschaftliche, umwelt- und entwicklungspolitische Aspekte eines erweiterten Sicherheitsbegriffes im Kontext der Friedenssicherung [!] zu vermitteln.
Präambel der „KOOPERATIONSVEREINBARUNG zwischen dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und dem Landeskommando Schleswig-Holstein“ vom August 2021

Ist die Militarisierung des Bildungswesens neu? Oder ist sie die konsequente Weiterführung einer zunehmend auf Kapitalinteressen getrimmten Bildungsauffassung?
Diese Frage wollen wir in unserer Veranstaltung diskutieren. Eine Ahnung, was noch kommen kann, haben wir durch den Umgang mit den Krisen und Kriegen der letzten vier Jahre erleben können. Vielleicht entwickeln wir Ideen, wie wir Menschen in den Schulen den Rücken stärken können, dagegen anzugehen und finden Ansätze dafür, wie eine „Erziehung zum friedlichen Miteinander“ aussehen könnte.

Ein paar Texte zum Hintergrund:

Bernd Schoepe: Cancel Culture macht Schule!
Wie der neoliberale Schulumbau eine institutionalisierte Form von Cancel Culture hervorbringt, die Demokratie und Bildung gleichermaßen abzuwickeln droht

https://www.gew-ansbach.de/data/2021/11/Schoepe_Cancel_Culture_macht_Schule.pdf

Schoepe geht es in diesem Text nicht speziell um die Militarisierung, aber um die Tendenz zum Autoritären in der Bildung, die er als Folge des von der OECD / dem Kapital durchgesetzten Paradigmenwechsels in der Pädagogik betrachtet.

IMI-Studie 2010/02
Die Eroberung der Schulen: Wie die Bundeswehr in Bildungsstätten wirbt
Infomationsstelle Militarisierung. 19. Januar 2010
https://www.imi-online.de/2010/01/19/die-eroberung-der-sc/

Die Eroberung der Köpfe: Wie die Bundeswehr in Bildungseinrichtungen wirbt
https://www.gew-wiesbaden.de/fileadmin/user_upload/Die_Eroberung_der_Koepfe.pdf

So sollte es sein!!

Was ist Demokratie?

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 28.November 2023 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Demokratie ist ein Begriff, der für viele gleichgesetzt wird mit den „guten“ westlichen Werten. Freiheit und Demokratie erscheinen uns oft wie die besten Errungenschaften des vorletzten Jahrhunderts und aktuell ziehen „wir“ sogar mit in den Krieg, um dieses Wunderwesen Demokratie zu verteidigen. Aber: Was ist es denn das, was wir da meinen, verteidigen zu müssen? Hält die Demokratie, so wie wir sie kennen, einer kritischen Prüfung stand? Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff Demokratie „Formen der Herrschaftsorganisation auf der Grundlage der Partizipation bzw. Teilhabe aller an der politischen Willensbildung“, also eine Herrschaft des Volkes. Ausgeklammert bleibt allerdings die Verfügung über die Produktionsmittel und das Privateigentum generell.
Die Gruppe „Gegenstandpunkt“ behauptet jedoch, die Demokratie sei die „perfekte Form der kapitalistischen Herrschaft“. Wir wollen diese beiden Auffassungen von Demokratie einander gegenüberstellen, um im Gegenlicht der einen Auffassung die jeweils andere deutlicher zu erkennen – und ggf. kritisieren zu können. Dazu wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was denn genau eine Demokratie ausmacht. Sind es tatsächlich die in der Definition bei Wikipedia zu findenden: „… allgemeinen, freien und geheimen Wahlen, die Aufteilung der Staatsgewalt bei Gesetzgebung, Regierung und Rechtsprechung auf voneinander unabhängige Organe (Gewaltenteilung) sowie die Garantie der Grundrechte“? Und wie sieht es dann aus mit der Demokratie, wenn die allgemeinen Grundrechte, wie wir es vor nicht allzu langer Zeit erlebt haben, staatlicherseits einfach suspendiert werden? Kann man dann trotzdem von Demokratie sprechen? Oder kann man der Ansicht des „Gegenstandpunkt“ folgen und sagen, dass die bürgerliche Demokratie sowieso nie dazu gedacht war, eine „Volksherrschaft“ zu ermöglichen, sondern dass sie im Gegenteil nur dazu dient, vordergründig zu suggerieren, dass das Volk ein Mitspracherecht hat, dass es „wir“ sind, deren Wille in Gesetze gegossen wird – während es in Wirklichkeit der Wille ganz anderer ist – und dass die Demokratie auf nahezu perfekte Weise den „schwarzen Peter“ für unliebsame Entscheidungen an diejenigen weiterreicht, deren Willen umzusetzen sie vorgibt? Ist die Demokratie somit lediglich die Legitimationsbasis für die Umsetzung und Anwendung von Herrschaft, die sich so weit vom „Volkswillen“ entfernt aufhält, wie der Proletarier vom „World Economic Forum“?

Der Krieg in Gaza

Diskussion / Austausch zum aktuellen Krieg in Gaza
Dienstag, 5. Dezember 2023 um 19:30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str. 7

Wir möchten Euch anlässlich der aktuellen Geschehnisse in Israel / Gaza zu einer Veranstaltung außerhalb der Reihe einladen, um uns mit euch über die Hintergründe, mögliche Protestformen, aber auch über die Frage, wie dieser Konflikt die Verhältnisse bei uns beeinflusst, z.B. über die dauerhaften Verbote von Demonstrationen, auszutauschen.

Wir haben dafür den ersten Dienstag im Dezember eingeplant.

Graffiti mit dem Bild Laila Khaleds. Sie ist ein führendes Mitglied der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Ihr Bild das in den 70er Jahren

Wir werden keinen Vortrag vorbereiten, sondern wollen vorschlagen, über einen Text des (pensionierten) Frankfurter Theologen Hans Christoph Stoodt zu diskutieren. Er stellt in 31 Thesen seine Gedanken zum Hintergrund des Konfliktes dar und wirft zum Schluss die Frage auf, was unsere Ziele und Aufgaben sein sollten.

Hier der Link zu diesem Text:

https://wurfbude.wordpress.com/2023/10/31/die-zweite-nakba-beginnt-was-tun-wir/

Das Monatsprogramm des Laien’s Clubs für Oktober 2023 ist fertig!

Dank vielfältiger Mitarbeit können wir im Oktober drei Veranstaltungen anbieten, eine literarische Lesung, einen Film und die obligatorische Diskussionsveranstaltung.
Wir freuen uns auf euren Besuch!

Das Programm könnt ihr gerne ausdrucken und weiterverteilen – das wäre sogar sehr schön!

Hier ist es:

WHO und EU auf dem Weg zur neuen Gesundheitspolizei?!

Diskussionsveranstaltung
Dienstag, den 31.Oktober 2023 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Bundeswehr zur Lagebesprechung im Altenheim. Quelle: Wehrmedizin

1948 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO als Unterorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Lange Zeit hatte sie einen relativ guten Ruf; sie hat in den 70er Jahren ihren Fokus auf die Verbesserung der Lebensbedingungen und eine generelle Gesundheitsversorgung gelegt.
Doch seit den 90er Jahren ziehen sich ihre staatlichen Träger zurück und überlassen das Feld privaten „Wohltätigkeitsstiftungen“ (allen voran die Gates Foundation), in deren Aufsichtsräten u.a. Vertreter von Pharmaherstellern sitzen. So werden heute privatwirtschaftliche Akteure mit staatlichen Vollmachten ausgestattet.
Halt! Die WHO hat für sich keine staatlichen Aufgaben und Vollstreckungsmöglichkeiten!
Das war auch nach ihrer Meinung das große Manko bei der Umsetzung des vorgeschlagenen Pandemieregimes: Alle Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten wären von den Einzelstaaten nicht umfassend umgesetzt worden. Die Absätze der Pharmaindustrie in Form von Impfstoffen waren zwar groß, aber es gibt noch Luft nach oben. Deshalb möchte sie in Zukunft die Alleinherrschaft in Gesundheitsfragen übernehmen. Das Problem, dass die „Pandemie“ durch einen globalen Notstand bekämpft wurde, an dessen Maßnahmen mehr Menschen gestorben sind als an der Krankheit selber, sieht sie nicht; wer die Notstandsmaßnahmen kritisiert, sitze sog. „Desinformationskampagnen“ auf. Um ihren bisherigen „Empfehlungen“ einen verbindlichen Rahmen zu geben, will sie die Mitgliedsstaaten nun zu einem Pandemievertrag und den Internationalen Gesundheitsvorschriften bei der kommenden Weltgesundheitsversammlung 2024 verpflichten. Die EU mit Frau von der Leyen an der Spitze (man erinnere sich an den Skandal um die per SMS vereinbarten Milliardenverträge mit Pfizer und Co.), prescht bereitwillig vor: Im Dezember 2021 hat die EU eine europäische Behörde für Notfallmaßnahmen im Gesundheitswesen (European Health Emergency Response Authority HERA) eingerichtet. Diese verordnet, dass die digitalen Gesundheits-(=Impf-)zertifikate weiter ausgestellt werden müssen, obwohl alle wissen, dass die Impfungen überhaupt nicht funktionieren! Dies will die WHO als Erfolgsmodell in seine Verträge übernehmen. Außerdem verhandelt die EU mit der WHO, dass sie für die Europäische Union entsprechend der Richtlinien der WHO ein eigenes Regelwerk aufbauen will, was bedeutet, dass wir Bürger der EU diesen Bedingungen unterworfen sind! Es dürfen aber weder der neue Pandemievertrag und die Internationalen Gesundheitsregeln noch die EU-Verträge verabschiedet werden! Versuchen wir, das zu verhindern!

Essbare Botanik in der Stadt

Rundgang
Sonntag, 24.September 2023 um 14 Uhr
Vor dem Kulturverein „Alles Wird Schön“, Friedrich-Naumann-Str.27

Hildegard von Bingen ist schuld: Sie kultivierte um 1130 n.u.Z. den heutigen Albtraum jeden Gärtners: Der Giersch, in der Stadt ein nicht zu vertreibender Vitaminlieferant…

Ein botanischer Rundgang…
…irgendwo, von Überraschungen in der Pflasterfuge bis zu Essbarem am Straßenrand.
Dazu ein wenig Diskussion von Ökologie bis hin zur Weltlage – und was das alles miteinander zu tun hat.
Ein Spaziergang mit Freiheitsgraden, offen auch für das, was die Teilnehmer*innen beitragen.

Die Jakarta-Methode: Wie ein mörderisches Programm Washingtons unsere Welt bis heute prägt

Buchvorstellung und Diskussion
Dienstag, den 26.September 2023 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Indonesischer Diktator Suharto lässt sich bei seinem Staatsbesuch in Deutschland süddeutsche Volksmusik erklären (1970)

„Regelbasierte“ Verbrechen und Verbrecher, die nie vor Gericht waren: US-Regierungen. Heute werden sie „verteidigt“…
Ein Blick zurück: Durch die grauenhaften Verbrechen der Nazis wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Nürnberger Prozessen den Hauptschuldigen der Prozess gemacht. Erstmals standen Minister und hohe Funktionäre vor Gericht und es wurde ein neuer Straftatbestand eingeführt:
Verbrechen gegen die Menschheit. Einige der Nazi-Eliten wurden bestraft, viele blieben ungeschoren.
Aber: Noch während die über mehrere Jahre dauernden Prozesse liefen, begann der Krieg der West-Alliierten, besonders der USA und England, gegen die Linke in Italien, Frankreich, Griechenland und die noch sehr kriegsgeschwächte Sowjetunion. Die US-Regierung und England mischten sich in die dort stattfindenden Wahlen ein und verhinderten einen Sieg der Linken in Italien, Frankreich und Griechenland. Auch in Deutschland waren viele für Verstaatlichung von Schlüsselbetrieben. Das Ahlener Programm der damaligen CDU sah das sogar vor.
In Griechenland fand ein über mehrere Jahre dauernder Bürgerkrieg statt, der viele Opfer auf Seiten der Linken forderte. Mehr als 600.000 von Ihnen mussten das Land verlassen und flohen nach Bulgarien, Rumänien, Polen in die DDR.
Es ist heute nicht mehr im Gedächtnis, dass es direkt nach dem Kriegsende des Zweiten Weltkriegs mit einem heißen Krieg der USA in Korea 1950-1953 weiterging. Ziel: Korea durfte nicht ins Lager des Feindes (Kommunismus=Unfreiheit) fallen. Dieser Krieg wurde unentschieden beendet: Korea wurde geteilt, nachdem rund 950.000 Soldaten und über 3.000.000 Zivilisten das Leben verloren hatten.
Überhaupt: Asien wurde das Hauptbetätigungsfeld der USA. Die u.a. durch die von McCarthy betriebene Kommunistenjagd infizierte US-Regierung sah sich umzingelt vom „Weltkommunismus“. Deshalb war das nächste Ziel die drittstärkste sozialistische Partei der Welt (nach Sowjetunion und China) in Indonesien.
1965 zogen die USA die Fäden bei der Vernichtung der indonesischen Kommunisten mit einem beispiellosen Blutbad mit ungezählten Opfern. Die Schätzungen schwanken zwischen 600.000 und drei Millionen.
Spätfolgen dieser Massenmorde wurden 2022 bei der documenta sichtbar: Ein Wandbild, das eine indonesische Künstlergruppe vor mehr als 20 Jahren zu diesen Verbrechen angefertigt hatten, musste auf Betreiben US- und Israel-freundlicher Akteure entfernt werden. Freilich, ohne auf die Hintergründe überhaupt einzugehen oder zur Diskussion zu stellen, da auch die BRD-Regierung mit dem Suharto-Regime kollaboriert hatte. Ein vermeintlicher Antisemitismus reichte als Vorwand.
Wie es in Ostasien weiterging, ist noch besser in Erinnerung: Vietnam, Kambodscha, Laos.
Um all diese Verbrechen unsichtbar zu machen, und den Kampf für „Freiheit und Demokratie“ zu propagieren, sind heute mehr als 30.000 Propagandisten allein im Pentagon tätig, sozusagen eine Medienarmee.

Wir wollen die vielen bekannten und unbekannten Kriege, Regierungsumstürze, Erpressungen oder Sanktionen dieses imperialen Molochs aus dem Dunkel des Vergessens und Verschleierns ans Licht bringen (alles zu dokumentieren ist noch niemandem gelungen, zumal die Vielzahl der CIA-Intrigen nur sporadisch das Licht der Öffentlichkeit erreichen).

Vincent Brevis – Die Jakarta-Methode
Wie ein mörderisches Programm Washingtons unsere Welt bis heute prägt
Papyrossa, Januar 2023

Vincent Bevins, *1984 in Kalifornien/USA. Berichtete 2017/18 für die Washington Post über Südostasien. Zuvor war er Brasilien-Korrespondent für die Los ­Angeles Times und schrieb für die Financial Times in London. Publizierte zudem u.a. für: New York Times, The Atlantic, The Economist, The Guardian, Foreign Policy, Folha de S. Paulo, The New Republic, New York Magazine.

Gustave Le Bon: Psychologie der Massen

Buchvorstellung und Diskussion
Dienstag, 29.August 2023 um 19.30 Uhr
Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Str.7

Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.

Gustave Le Bon, Zitat aus „Psychologie der Massen“

Gustave Le Bon stellt in seinem 1895 erschienenen Werk „Psychologie der Massen“ die Verhaltensweisen von Menschen in Menschenansammlungen dar und gilt als einer der Begründer der Massenpsychologie.

Nach einer Klassifizierung der Massen beschreibt Le Bon das Wesen und die Funktion und Bewertung der Masse, analysiert die Beeinflussbarkeit und Leichtgläubigkeit sowie die Urteile, Handlungen und Überzeugungen der Masse, bevor er die Funktion und den Charakter von Führungsfiguren in Massen darstellt.

Abschließend wollen wir uns in einer Diskussion der Frage nähern, wie man sich als Individuum wie auch in einer demokratischen Gesellschaft vor diesen Mechanismen schützen kann.